Die Elite in Zwettl zu Gast. Final Four bringt Sloweniens Top- Teams in Stadthalle. URW will mitmischen. Übertragung im Internet.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 24. Februar 2021 (02:55)
Titelverteidiger Ljubljana ist auch heuer der Top-Favorit.
Franz Atteneder

Ein Jahr nach der umjubelten Premiere in der Zwettler Stadthalle kommen die Top-Teams Mitteleuropas am Samstag und Sonntag wieder in der Braustadt zum Final Four der MEVZA-Liga zusammen. Die Zuschauerränge müssen wegen der Covid-19-Pandemie zwar leer bleiben – das sportliche Spektakel wird beim Aufeinandertreffen von URW Waldviertel, ACH Volley Ljubljana, Calcit Kamnik und Merkur Maribor aber nicht geringer sein als im Vorjahr.

Die Ausgangslage. Zu Redaktionsschluss stand die Tabelle nach dem Grunddurchgang nicht fest, da Ljubljana noch zwei Spiele auszutragen hatte. Nach dem Match gegen Zagreb am Dienstag könnten die Laibacher schon vom dritten auf den ersten Platz gesprungen sein. Die zweite Chance dafür gibt‘s am Mittwoch beim Rückspiel.

„Sie werden sich Platz eins holen“, war URW-Manager Werner Hahn am Montagabend überzeugt. Das würde bedeuten, dass der Titelverteidiger und neuerlicher großer Favorit auf den Gesamtsieg der Halbfinalgegner der Waldviertler wäre. Maribor und Kamnik würden sich um den zweiten Finalplatz matchen.

Der Gastgeber. Da staunten die Nordmänner voriges Jahr nicht schlecht, als sie erst den späteren Sieger Ljubljana im Halbfinale an den Rand der Niederlage gedrängt hatten und sich danach im Spiel um Rang drei klar 3:1 gegen Kamnik durchsetzten. „Das wollen wir auch heuer wiederholen“, stellt Hahn klar. „Die Sensation wäre aber genauso groß wie voriges Jahr.“

Im Vierkampf mit dem Slowenien-Trio sind die Nordmänner auf dem Papier eher der Herausforderer. Im Grunddurchgang zeigten sie aber mehrere gute Leistungen und schlugen mit Kamnik auch einen Final-Four-Gegner auswärts. „Der Ball ist rund. Wir sind sehr gut drauf, das haben wir im Derby gegen Amstetten gezeigt. In einem Spiel ist immer alles möglich“, betont Hahn.

Auch die Personalsorgen der vorigen Wochen sind vorbei – einzig Christoph Hahn bastelt noch an seinem Comeback, alle übrigen Spieler sind wieder fit. „Da haben die Ärzte und Physios wirklich Tolles geleistet“, sagt Hahn.

Die Gegner. „Die slowenischen Teams sind heuer ganz stark drauf, über alle anderen zu stellen“, sagte Werner Hahn zum Saisonstart. Er sollte recht behalten. Mit Ljubljana, Maribor und Kamnik kommen gleich alle drei Gegner der Waldviertler beim Final Four aus Slowenien. „Die sind vom Kader her noch einmal breiter aufgestellt als wir. Wir haben mit 14 Spielern schon einen breiten und auch starken Kader. Bei den slowenischen Teams sind zwischen 16 und 18 Mann im Kader“, erklärt Hahn. „Dazu kommt die individuelle Klasse einzelner Spieler, die dann wirklich den Unterschied ausmachen. Solche Spieler bekommst du gar nicht nach Österreich, geschweige denn ins Waldviertel.“

Top-Favorit auf den MEVZA-Sieg ist ACH Volley Ljubljana. Zu Redaktionsschluss noch auf Rang drei gelegen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der Hauptstadtklub in seinen zwei noch ausstehenden Spielen bis Donnerstag noch den Sieg im Grunddurchgang holt. Damit wäre Laibach auch der Halbfinal-Gegner von Waldviertel.

Maribor und Kamnik schätzt Hahn in etwa gleich stark ein. „Da entscheidet die Tagesform. Und wir wollen da auch mitmischen.“

Und die Zuschauer? Bis zuletzt hoffte URW Waldviertel darauf, beim Final Four doch wieder Zuschauer in die Stadthalle lassen zu dürfen, diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Daher gibt es jetzt ein umfangreiches Ersatzprogramm, damit die Fans doch das Spektakel miterleben können – wenn auch nur aus der Ferne, daheim vor dem Bildschirm.

Das Final Four gibt es wieder auf der URW-Homepage im Livestream zu sehen – diesmal setzt der Verein aber noch einen drauf. „Wir werden die Live-Übertragung selbst produzieren, mit sieben Kameras, Live-Kommentar und Interviews“, spricht Hahn von einem „Mega-Programm“. Zusätzlich wird das Finale am Sonntagabend sogar zweisprachig kommentiert – in deutsch und englisch. Außerdem wird der dieswöchige Nordmann-Talk ganz im Zeichen des MEVZA-Final-Fours stehen – MEVZA-Präsident Karl Hanzl wird zu Gast sein.

Das Streaming-Angebot möchte URW übrigens für die Zukunft beibehalten, damit jedes Spiel übertragen werden kann. Hahn: „Wenn ORF oder Laola ein Spiel nicht übertragen, möchten wir die Übertragung selbst produzieren.“