Nordmänner müssen in Corona-Pause. Halbe Mannschaft von URW Waldviertel samt Trainer nach Europacup-Woche mit Covid-19 infiziert. Heimspiel gegen Zagreb muss abgesagt werden.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 18. November 2020 (02:45)
Keine Einheiten am Netz sind derzeit bei der URW Waldviertel möglich. Fast die halbe Mannschaft ist in Quarantäne.
Atteneder

Fast könnte man meinen, Werner Hahn hätte prophetische Eigenschaften. Der Manager der Union Raiffeisen Waldviertel warnte schon vorigen Montag knapp nach Abgabe der Corona-Tests gegenüber der NÖN davor, dass die Nordmänner vor Covid-19 nicht gefeit sind, es über kurz oder lang auch im Waldviertler Lager Fälle geben werde. Wenige Stunden später musste er schon erste Spieler in einer Wohnung isolieren.

Antigen-Tests schlugen an

Bei ihnen schlug der Antigen-Test nämlich an. Mit der Zeit folgten weitere Spieler. „Wir haben schnell reagiert, die infizierten Burschen schon am Montag nach den positiven Antigen-Tests gemeinsam in eine Wohnung umgelegt“, erklärt Hahn, der auch die Zusammenarbeit mit den Behörden lobt. „Das ist alles sehr professionell abgelaufen. Wir selbst waren auch sehr gut vorbereitet, sodass wir schnell reagieren konnten.“

Umgehend wurde mit der Behörde Kontakt aufgenommen, die Bezirkshauptmannschaft ordnete PCR-Tests an, die die Schnelltest-Ergebnisse bestätigten. Heißt konkret: Praktisch die halbe URW-Mannschaft samt Trainer sitzt in Quarantäne. „Die erkrankten Spieler sind in Quarantäne und ausreichend medizinisch versorgt“, berichtet Obmann Peter Kirchmayr.

„An sich fühlen sie sich fit, aber alle haben den Geruchs- und Geschmackssinn verloren.“ Werner Hahn, Sportmanager URW Waldviertel

Wirklich heftige Symptome zeige kein Spieler, schildert Hahn: „An sich sind sie fit, aber wirklich alle haben den Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Sie müssen uns auch täglich berichten, wie es ihnen geht, damit wir im Fall der Fälle entsprechend schnell reagieren können.“

Für Werner Hahn kommt aber zur normalen Tätigkeit beim Verein auch die Versorgung der Quarantäne-Patienten auf dem Programm. Sie dürfen die Wohnung ja nicht verlassen, können also nicht einkaufen. Zudem können sie auch nicht wie sonst im HerzKreislauf-Zentrum in Groß Gerungs mittagessen, sondern müssen selbst den Kochlöffel schwingen. „Das läuft natürlich nach Ernährungplan ab, aber sie müssen es selbst herstellen“, erzählt Hahn.

Training nur daheim

Einen Plan gibt es auch für den sportlichen Aspekt. Trainer Zdenek Smejkal hat den Spielern Trainingsprogramme mitgegeben, damit sie sich daheim so gut es geht fithalten können. Der normale Trainingsbetrieb wurde ja auch bis auf Weiteres eingestellt.

Da passte es gut ins Konzept, dass das vergangene Wochenende ohnehin spielfrei gehalten worden war. Aufgrund des Europacup-Einsatzes in der Schweiz hatte URW zur Vorsorge schon etwas Zeit für etwaige Quarantänefälle eingeplant. „Es hat sich gezeigt, dass wir recht bahalten haben“, sagt Hahn. „Dass es aber wirklich gleich beim ersten Mal passiert, als wir unsere Bubble verlassen haben, ist schon stark. Aber andererseits hat auch mich gewundert, dass wir überhaupt solange ohne Coronafall durchgekommen sind.“

Wie geht es weiter?

Da die halbe Mannschaft in Quarantäne ist, der Trainingsbetrieb ausgesetzt werden musste, muss auch das geplante Heimspiel in der MEVZA-Liga gegen Zagreb (Samstag, 19 Uhr) muss verschoben werden. Die Terminfindung soll bis Mitte der Woche abgeschlossen sein – auch für die noch ausständigen Partien gegen Kamnik und Ljubljana.

Am Ende der Quarantäne werden die Nordmänner einem kompletten Gesundheitscheck unterzogen. „Nicht nur die positiv getesten Spieler, sondern generell alle“, sagt Hahn. „Damit wir auf der sicheren Seite sind.“