Nüchterne Bilanz. Von seiner Südamerika-Tournee hätte sich Andreas Haider-Maurer mehr erwartet. Nun will er im Davis Cup aufzeigen.

Von Christopher Eckl. Erstellt am 01. April 2014 (13:00)
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Sieben Siege, sechs Niederlagen, 56 Weltranglisten-Punkte und 16.335 Dollar Preisgeld – so lautet die rein zahlenmäßige Bilanz der Südamerika-Tournee von Andreas Haider-Maurer.

Sechs Turniere, von Chile bis Kolumbien

Unterbrochen von zehn Trainingstagen in der Heimat bestritt der Waldviertler innerhalb von zwei Monaten sechs Turniere, von Chile bis Kolumbien. Die Bilanz der rot-weiß-roten Nummer drei fällt eher ernüchternd aus. „Von den Punkten her hätte ich wesentlich mehr erwartet“, erklärt AHM. „Leider bin ich nie so richtig in ein Turnier hineingekommen, habe in engen Partien meistens verloren. Man muss aber auch sagen, dass ich immer gegen gute Spieler verloren habe.“

Ende Februar gelang dem Waldviertler in Rio de Janeiro der erste Erfolg auf der großen Bühne, der ATP-Tour, im neuen Jahr. In den letzten beiden Wochen erreichte er bei Challenger-Turnieren in Panama City und Barranquilla (Kolumbien) das Viertelfinale. „Ein richtiges Highlight hat leider gefehlt. Dafür hätte ich schon in ein ATP-Viertelfinale kommen müssen“, bilanzierte Haider-Maurer.

„Heimvorteil spricht für die Slowaken“

Ein echter Höhepunkt soll dafür das kommende Wochenende werden: Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jürgen Melzer geht der Gerungser hinter Dominic Thiem als nominelle Nummer zwei ins Davis Cup-Duell mit der Slowakei. Im Kampf um einen Platz in der Weltgruppen-Relegation stehen seine Chancen auf einen Einsatz im Einzel durchaus gut.

Schauplatz des Duells der zweiten Runde der Europa-Afrika-Zone ist die Aegon-Arena in Bratislava. Nach der ersten Trainingseinheit in der Austragungshalle zeigte sich AHM von den Gegebenheiten angetan: „Es wird auf Hardcourt gespielt, der Belag ist nicht gerade langsam. Ich kenne die Halle aber schon, habe hier im Vorjahr ein Challenger-Turnier gespielt – das sollte ein Vorteil sein.“ Generell betrachtet Haider-Maurer das ÖTV- Team als leichten Außenseiter: „Spielerisch dürfte es ausgeglichen sein, der Heimvorteil spricht allerdings für die Slowaken.“
 
Hintergrund

In der ATP-Weltrangliste belegt Andreas Haider-Maurer zurzeit Rang 108. Er ist damit hinter Jürgen Melzer und Dominik Thiem Österreichs Nummer drei. Nach dem Davis Cup in der Slowakei stehen für AHM das Challenger-Turnier von Mersin (Türkei) sowie die beiden World Tour-Turniere in Monte Carlo und Bukarest auf dem Turnierplan.

Das ÖTV-Aufgebot für das Davis Cup-Match in der Slowakei (4.-6. April) besteht neben Haider-Maurer aus Dominic Thiem, Gerald Melzer und den Sparringpartnern Philipp Oswald und Lucas Miedler. Davis-Cup-Kapitän Clemens Trimmel erwartet „ein Duell auf Augenhöhe“.