Signal zur Bewegung. 100.000 Menschen mehr sollen bis 2020 Sport treiben. Konkrete Projekte gibt es im Waldviertel noch nicht.

Von Maximilian Köpf und Michael Salzer. Erstellt am 06. Mai 2014 (11:25)
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Mehr Initiativen zwischen Vereinen und Schulen, mehr sportwissenschaftliche Projekte, verbesserte Strukturen bei der Trainer-Ausbildung und Investitionen in Sportstätten. Das alles soll die von über 200 Experten erarbeitete und von Landesrätin Petra Bohuslav präsentierte „Sportstrategie 2020“ bewirken. Ihr Ziel: Bis 2020 sollen in Niederösterreich 100.000 Menschen mehr Sport treiben.

Dazu sagte Florian Aigner, Pressesprecher vom Sportland Niederösterreich, im NÖN-Gespräch: „Die NÖ-Sportstrategie geht in elf verschiedene Stoßrichtungen, vom Schul- und Breitensport bis zum Spitzensport. Zu den wichtigsten Ansätzen zählen die Unterstützung der Vereine und Schulen sowie der Sportstättenbau.“ Gibt es schon konkrete Maßnahmen oder Projekte in der Region?

Aigner: „Einladung zur Entwicklung“

„Nein, sowas geht nicht von Heute auf Morgen“, erklärte Florian Aigner. „Die NÖ-Sportstrategie ist als Einladung zur Entwicklung von gemeinsamen Projekten und Kooperationen zu verstehen.“ Aus Zwettl seien aber schon einige positive, förderungswürdige Signale, zum Beispiel von den Volleyballern und Sportkletterern, in der Landeshauptstadt empfangen worden.

Der ausschließlich für Breitensport gegründete Verein „Blue Shoes“ aus Weitra registriert die Pläne freudestrahlend. „Genau das ist unser Grundgedanke“, sagt Schriftführer Michael Neugschwandtner. Ein Waldviertler Team könne derartige Pläne vorantreiben.

„Mit einem größeren Netzwerk sprechen wir mehr Leute an. Zusätzlich wäre es durch finanzielle Hilfe leichter, an Trainingsutensilien zu kommen und so unser Angebot zu verbreitern.“ Was die Blue Shoes bewegen können, zeigen sie in der Region Weitra: Seit März locken sie alle zwei Tage 25 Leute zur gemeinsamen Bewegung an – Tendenz steigend.


Sportstrategie 2020

11 Wege zum Ziel:

langfristige finanzielle Unterstützung, Weiterentwicklung der Sportstruktur, Verbesserung des Stellenwerts, Gewährleistung (inter-)nationaler Wettkämpfe und Breitensport-Veranstaltungen, Verbesserung der Trainer-Ausbildung, Optimierung der Infrastruktur, Kinder- und Jugendsportinitiierung, Talentefindung und -förderung, Athletenbetreuung, Breitensport-Aktivierung.

Stimmen zur Strategie:

„Falls das Geld für die Nachmittagsbetreuung gestrichen wird, habe ich den Verdacht, dass man die Betreuung an Vereine abwälzen wird.“
Franz Chwatal, Manager UBBC Gmünd

„Wir werden im Waldviertel jährlich um 6.000 Leute weniger, wo sollen da mehr Sportler herkommen?“ Gottfried Schreiber, Obmann ASV Schrems