Die Wende gelang zweimal. Nordmänner mit Startproblemen in Amstetten und Graz – Siege holten Smejkal-Mannen trotzdem.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 27. Januar 2021 (01:10)
Maciej Borris, einer von drei Nordmännern mit 17 Punkten beim Duell in Graz, war maßgeblich an der Wende beteiligt.
Schiller

Was für eine Woche für die Nordmänner! Am Donnerstag prolongierten sie im ersten Niederösterreich-Derby seit 2019 in der AVL in Amstetten die Siegesserie, bleiben die Nummer eins im Land. Und am Samstag rangen die Waldviertler in der MEVZA-Liga Graz nieder – nachdem URW schon 0:2 nach Sätzen zurückgelegen ist.

Startschwierigkeiten. „Das war eine knappe Geschichte. Es hätte genauso gut passieren können, dass wir 0:3 eine kassieren“, schnaufte URW-Sportchef Werner Hahn nach dem letztlich doch erfolgreichen Heimspiel erst einmal durch. Denn der Start verlief nicht gerade nach Maß. Auch eine Auszeit von Coach Zdenek Smejkal brachte im ersten Satz die Wende. Graz spielte den Satz mit starkem Service heim. Auch im zweiten Abschnitt triumphierte letztlich Graz, nachdem sich URW anfangs stärker gezeigt hatte.
„Da war auch Pech dabei. Aber bei uns hat‘s anfangs am Service und am Block nicht gut funktioniert. Dazu sind einige taktische Undiszipliniertheiten gekommen“, analysiert Hahn. „Das macht uns in den vergangenen Wochen generell zu schaffen. Das war auch in Amstetten anfangs ein Problem. Wenn das Spiel einmal läuft, dann sind wir sehr stark.“

„Am Service und am Block läuft es seit einiger Zeit nicht ganz reibungslos. Wenn wir das in den Griff bekommen, sind die Partien immer top.“URW-Manager Werner Hahn

Trendumkehr. Der Auftaktsatz im Derby ging nämlich doch recht klar an die Hausherren – 25:16. Die Nordmänner kämpften mit Annahmeproblemen, konnten zu wenig dagegenhalten. „Amstetten hat sehr stark begonnen, da konnten wir zu wenig entgegensetzen“, sagt Hahn. „Aber dann war es eine klare Sache für uns. Da sieht man einen klaren Vorteil, den wir aus den MEVZA-Partien ziehen. Nämlich, dass wir bei schweren Partien trotzdem immer weiter probieren. Wenn einmal ein Satz nicht funktioniert, dann haken wir den ab und probieren es im nächsten wieder von Neuem. Das lernst du, wenn du gegen teils übermächtige Gegner spielst. Da musst du immer dran bleiben, sonst gehst du komplett unter.“

Siege noch geholt. In Amstetten folgten dem ersten Satz drei klare Satzerfolge von URW und die Siegesserie im Derby geht weiter – die letzte Niederlage gegen Amstetten gab‘s im März 2018! Und auch am Samstag in Graz schafften die Nordmänner das Comeback, gewannen die folgenden drei Sätze klar und siegte 3:2. „Ab dem dritten Satz war das Spiel komplett anders“, schildert Hahn. „Das war top von unserer Seite. Wir haben dann auch die langen Rallys fast alle gewonnen, sind viel stabiler geworden.“
Auch Coach Zdenek Smejkal zog nach der Graz-Partie zufrieden Bilanz: „Wir mussten unsere Taktik komplett umstellen, aber ab dem dritten Satz fanden wir unseren Rhythmus wieder. Ein so schweres Spiel von 0:2 in Sätzen umzudrehen, ist für uns mental prägend!“

Dichtes Programm. Das kann zum Gamechanger für die anstehenden Aufgaben werden. Rund um das MEVZA-Spiel in Zagreb am Samstag geht‘s gleich zweimal in der AVL gegen Aich/Dob – das erste Mal am Dienstag nach Redaktionsschluss, das zweite Mal am 4. Februar. „Das werden ganz heiße Partien. Aich/Dob ist nach wie vor der Liga-Krösus“, betont Hahn. „In Zagreb haben wir uns auch immer schwer getan. Bei dem dichten Programm wird‘s noch schwerer. Wir können aber mittlerweile unseren großen Kader gut ausnutzen, rotieren viel.“