Am Ende deutlich: Waldviertel nur im kleinen Finale. Im fünften Spiel der Halbfinal-Serie ging URW Waldviertel am Samstagabend in Graz die Luft aus, verlor klar 0:3. Im Spiel um Platz drei geht's jetzt gegen Amstetten.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 05. April 2021 (14:58)
Usercontent, URW Waldviertel/Franz Atteneder

Bitter! Ausgerechnet im alles entscheidenden Spiel der Halbfinal-Serie gegen UVC Graz musste sich URW Waldviertel erstmals auswärts geschlagen geben. Die Nordmänner konnten die Steirer nur im zweiten Satz wirklich fordern, verloren klar mit 0:3 und müssen nun im kleinen Finale gegen Amstetten antreten.

URW-Trainer Zdenek Smejkal schickte die gewohnte Starting Six in den ersten Satz mit dem Regisseur Mitch Peciakowski als Aufspieler. Der Start in den ersten Satz gelang den Waldviertlern sehr gut, sie zeigten sich fokussiert und erspielten sich einen kleinen Vorteil von 2 Punkten. Die hervorragende Blockarbeit der Grazer führte schließlich zum Ausgleich bei 8:8. Keine der beiden Mannschaften vermochte sich anschließend abzusetzen, die Führung wechselte bis zur Endphase des ersten Satzes mehrmals hin her, wobei ein klarer Vorteil für Graz mit dem Servicedruck von David Reiter zum 19:16 entstand. Als Stabilisator holte  Smejkal Kapitän Rudinei Boff aufs Feld, der mit seiner Routine wieder Ruhe ins Team bringen sollte. Die Nordmänner holten zwar noch 3 Punkte auf, mussten dennoch diesen Satz mit einem kontrolliert gespielten Ball von Johannes Kratz zum 25:21 abgeben.

Nach dem zweiten Satz war die Luft raus

Nach dem Seitenwechsel brillierte Daan Streutker gleich mit einem Blockpunkt, doch Graz antwortete sofort mit einem Gegenangriff. Waldviertel kam trotzdem besser ins Spiel, zeigte eine enorme Präsenz am Netz und Trainer Robert Koch unterbrach bei 1:5 sehr früh. Die Murstädter ließen sich vom Rückstand keineswegs entmutigen und drückten voll dagegen. Gegen Mitte des Satzes schafften sie den Ausgleich zum 15:15 und der über lange Strecken gehaltene Vorsprung der Waldviertler von 4 Punkten war dahin. Bei 21:22 knallte Maciej Borris den Ball durch die Mitte, doch der Grazer Außenangreifer Tiago Pereira zeigte seine Klasse und holte sich erneut den Satzball, der gleich beim ersten Versuch zum 25:23 verwertet wurde.

Die Anspannung war nun klar in den Gesichtern der Waldviertler zu sehen, denn sie müssen den dritten Satz gewinnen, um im Rennen zu bleiben. Sie ließen natürlich nichts unversucht, hängten sich voll hinein doch Graz hatte ordentlich Power in den Ärmeln. In der heißesten Phase des Satzes die Schrecksekunde bei den Nordmännern. Bei 20:17 sprang der bereits am Knöchel verletzte Mittelblocker Evangelos Vaiopoulos nach einem Blockversuch auf den Ball und knickte unglücklich um. Natürlich biss er die Zähne zusammen und blieb im Spiel. Leider verloren die Waldviertler etwas die Ordnung und fanden somit kein Mittel mehr dagegenzuhalten. Nach Abwehr eines Matchballes holte sich Graz auch diesen Satz mit 25:20. Somit steht Graz verdient das erste Mal in der Vereinsgeschichte im Finale der DenizBank AG Volley League Men.

Stimmen zum Spiel:

„Wir sind nie richtig ins Spiel gekommen und konnten auch mit den Angriffen keinen Druck erzeugen. Außerdem hatten wir am Ende der Sätze Probleme, die wichtigen Punkte zu machen. Jetzt geht es aber motiviert weiter im Spiel um Platz 3 gegen VCA Amstetten“, war Waldviertels Leonhard Tille fassungslos.

„Graz war heute einfach besser. Bei ihnen hat heute alles geklappt. Im zweiten Satz haben wir den komfortablen Vorsprung leider nicht halten können. Gratulation an Graz“, resümierte Michal Peciakowski das Spiel.

„Wir waren heute einfach die bessere Mannschaft, hielten immer zusammen. Wir wollten unbedingt den Sieg und es ist uns endlich aufgegangen. Jetzt können wir befreit im Finale spielen“, freut sich Clemens Unterberger über den Einzug ins Finale.