71. Österreich Rundfahrt „nicht entgehen lassen“. Am Montag startet eine Etappe der Tour of Austria erstmals in der Bezirkshauptstadt Zwettl.

Von Mathias Schuster. Erstellt am 03. Juli 2019 (02:12)
René Denk
Stadtrat Josef Zlabinger und die Zwettler Kosmopiloten Klaus Enengl,Ferdinand Kolm, Otmar Zechner, Karl Zeinzinger, Maximilian und Christina Kastner freuen sich auf den Etappenstart in Zwettl.

Am Montagmorgen ist es soweit, dann trifft der Tross an Weltklasseradfahrern der 71. Österreich Rundfahrt, nach der ersten Etappe in Oberösterreich, erstmals in Zwettl ein. Die Freude ist bei allen Beteiligten riesengroß.

„Wer da Zeit hat und auch nur ein bissi sportinteressiert ist, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen“, meint etwa Michael Bernhard, Obmann der Zwettler Kosmopiloten, der den Start am Sparkassenplatz aus einem besonderen Grund aber selbst nicht miterlebt. Gemeinsam mit dem Gutenbrunner Erwin Pflanzl, dessen Firma „RaceTimePro“ für die Österreich Rundfahrt engagiert wurde, ist er am Zielort für die Zeitnehmung verantwortlich. „Ich kenne Erwin seit über zehn Jahren. Es wird extrem spannend, das Ganze mal von einer ganz anderen Seite zu sehen“, freut sich Bernhard. „Sonst wäre ich in Zwettl auf jeden Fall dabei. Alles, was nicht bei der Tour de France ist (Anm.: Die Frankreich-Rundfahrt startet zur gleichen Zeit in Brüssel), ist in Österreich. Diese Leute sieht man sonst nur im Fernsehen, jetzt kann man sie hautnah erleben.“

Tourdirektor freut sich auf starke Teilnehmer

Tatsächlich ist Tourdirektor Franz Steinberger, der sich, trotz des Trubels der finalen Vorbereitungen, für ein Gespräch mit der NÖN Zeit nahm, über das Teilnehmerfeld erfreut. Mit CCC, Movistar und Dimension Data gewann er drei World Teams für seine Tour. „Wir sind sehr froh, weil es nach der Serie an Touren im Frühjahr nicht leicht ist, überhaupt World Teams zu kriegen“, erklärt Steinberger. Unter all den Top-Fahrern sei es schwer, einen Favoriten zu nennen, meint er weiter. „Aus rot-weiß-roter Sicht ist Riccardo Zoidl ganz stark. Und ich weiß, dass sein Team CCC heuer unbedingt gewinnen will.“

„Das Entgegenkommen von Zwettler Seite war toll.“Franz Steinberger, Tourdirektor der Österreich Rundfahrt

Nicht zuletzt deshalb ist das Medieninteresse gewaltig. Bemerkenswert ist die Kooperation mit Sky, das die Rundfahrt im Livestream übertragen wird. „Das ist deshalb so interessant, weil die Tour damit in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein, Südtirol und sogar Luxemburg übertragen wird“, strahlt Steinberger. Darüber hinaus werde über die Tour zu jeder halben Stunde auf Sky Sport News berichtet und in bewährter Form auch vom ORF behandelt.

Wozu also noch zum Zwettler Sparkassenplatz pilgern, wenn man den Etappenstart doch auch auf der Couch bewundern kann? „Weil das Erleben von Radsport der Spitzenklasse direkt an der Start- und Ziellinie doch etwas ganz anderes ist“, weiß Steinberger. Am Parkplatz der Stadthalle dürfe man die Fahrer am Vormittag sogar bei der Vorbereitung beobachten.

Zlabinger: „Werbewert für Zwettl ist groß.“

Von dort werden sich die Sportler schließlich zum Rathaus begeben, wo um 11 Uhr der neutralisierte Start beginnt. „Es soll ja im Fernsehen was hermachen, darum beginnt man in der Innenstadt“, meint Stadtrat Josef Zlabinger. Die Fahrer bewegen sich dann nach Rudmanns, wo das Rennen vollständig freigegeben wird. „Das wird trotzdem ein Erlebnis, wenn die in Viererreihen wie auf Schienen den Postberg runterkommen“, lacht Bernhard.

Damit die Strecke frei von Hindernissen bleibt, wird dasBezirkspolizeikommando Zwettl Straßensperren und Umleitungen einrichten (siehe Infobox). „Das Teilnehmerfeld wird mit zwölf Motorrädern, zwei Kleintransportern und zwei Streifenwagen begleitet. Im Bezirk Zwettl sind zusätzlich 22 Polizeibeamte im Einsatz“, erklärt Chefinspektor Wolfgang Gottsbachner, während Zlabinger den „hohen Werbewert für Zwettl durch so eine einmalige Chance“ hervorhebt. In diesem Zusammenhang lobt Tourdirektor Steinberger die „hervorragende Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Es hat alles bestens funktioniert, das Entgegenkommen von Zwettler Seite war toll.“