Bezirk St. Pölten wird orange. Ages schlug Kommission „Rot“ für die Stadt St. Pölten vor, die entschied sich aber dafür die Ampel bei zweithöchster Warnstufe zu belassen

Von Martin Gruber-Dorninger und Renate Hinterndorfer. Update am 16. Oktober 2020 (13:53)
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Am Montag wird im Bezirk St. Pölten die Corona-Ampel von gelb auf orange umgestellt. Das Risiko einer Ansteckung mit Corona wird als hoch eingeschätzt. In den vergangenen Tagen wurden immer wieder neue Fälle von Infektionen bekannt. Am Freitag wurden 136 positiv getestete Personen verzeichnet. Die BH hat bis jetzt 630 Absonderungsbescheide ausgestellt, diese betreffen teilweise aber auch andere Bezirke.

Hotspots gibt es laut Bezirkshauptmann Josef Kronister nicht: „Ansteckungen passieren zum Teil bei privaten Feiern, in Schulen und Kindergärten, also dort, wo viele Menschen auf einem Fleck sind.“

In der Gastronomie gilt also ab Montag die Gästeregistrierpflicht. Sportveranstaltungen finden ohne Zuschauer statt. „Es gibt auch kein Public Viewing“, hält der Bezirkshauptmann fest.

In der Stadt St. Pölten bleibt die Corona-Ampel orange: Nachdem es bereits in der Vorwoche fälschlicherweise hieß „St. Pölten wird ,rot‘“, gab es auch in dieser Woche wieder Fehlalarm. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat der Ampel-Kommission  „rot“ wegen der Infektionszahlen der letzten sieben Tage erneut vorgeschlagen.

St. Pölten liegt mit 134,4 Fällen pro 100.000 Einwohner österreichweit noch immer im Spitzenfeld. Die Empfehlung dient der Ampel-Kommission als Entscheidungsgrundlage. Berücksichtigt werden vom Gremium aber noch vier weitere Kriterien: die Verfügbarkeit von Intensivbetten, wie gut die Cluster eingegrenzt werden können, wie viel getestet wurde und wie hoch die Übertragungsrate ist.

„Wir haben uns personell verstärkt und sind daher beim Contact Tracing besser aufgestellt"

Von Montag bis Sonntag sind täglich neun Personen und ein Amtsarzt im Einsatz. Die Rückverfolgungsquote liegt derzeit bei mehr als 80 Prozent. „Wir haben uns personell verstärkt und sind daher beim Contact Tracing besser aufgestellt. Nicht erfreulich hingegen ist die Entwicklung der Infektionszahlen“, heißt es vom Magistrat.

Nicht erfreulich war für den Magistrat, dass es lange auf eine offizielle Information über die Entscheidung der Corona-Ampelkommission warten musste. „Das ist eine Art und Weise der Kommunikation, die wir schon infrage stellen", ärgert sich Rathaussprecher Thomas Kainz.