Ein (Geburts)Tag, den es nur alle vier Jahre gibt. Für 32 St. Pöltner war der Samstag ein besonderer Tag – sie feierten nämlich einen ihrer seltenen Geburtstage.

Von Gerhard Weber. Erstellt am 01. März 2020 (13:48)
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Ramona Frühwirth feierte am vergangenen Samstag ihren „11. Geburtstag“. Klar, dass sich jede Menge Gratulanten einstellten. Allen voran Lebensgefährte Richard Mader. Mit dabei unter anderem Peter Zawodsky und Georg Schöpf (v. l.).
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Nur jedes vierte Jahr haben 5.958 Österreicher (Stichtag 1.1. 2020) Geburtstag, nämlich dann, wenn es ein Schaltjahr gibt. Heuer war es wieder einmal so weit, am 29. Februar begingen 32 St. Pöltner ihren seltenen Ehrentag.

Zum Beispiel Ramona Frühwirth, die am vergangenen Samstag ihren „11. Geburtstag“ feiern durfte. „Jetzt sind es nur mehr 336 Monate zur Volljährigkeit“, schmunzelt Lebensgefährte Richard Mader, der sich natürlich mit einer ganz besonderen Feier bei seinem Geburtstagskind einstellte.

Sie selbst fühlt sich wegen ihres Geburtsdatums nicht unbedingt benachteiligt. Vielmehr ist ihr Geburtstag doch etwas ganz Besonderes: „In einem Schaltjahr hört das Telefon überhaupt nicht auf zu klingeln – dann wird vom 28. Februar bis zum 1. März durchgefeiert.“

Bekannte St. Pöltner „Schaltjahr-Kinder“

In Karin Henriksens Familie im norwegischen Andenes wahrscheinlich noch länger: In allen drei Schaltjahren während der 1960er wuchs sie jeweils am 29. Februar um ein weiteres Mitglied – die Geschwister Heidi (1960), Olav (1964) und Leif-Martin (1968) erblickten jeweils im Abstand von vier Jahren das Licht der Welt. Damit schafften sie den Sprung ins Guinness Buch der Rekorde.

Der prominenteste „Geburtstagskind-Kollege“ von Ramona Frühwirth ist übrigens Gioacchino Rossini. Der 1792 in Pesaro geborene italienische Komponist schuf zum Beispiel den „Barbier von Sevilla“. Aber auch in St. Pölten findet man durchaus bekannte „Schaltjahr-Kinder“. So gab es zum Beispiel auch für Franz „Franky“ Kramml, die Stimme des SKN, am Samstag eine Geburtstagstorte mit zwölf Kerzen. Der 29. Februar ist also ein ganz spezielles Datum.

Als Hochzeitstermin ist er aber überhaupt nicht beliebt. Am Samstag fand in der Landeshauptstadt zum Beispiel keine einzige Hochzeit statt. Für Standesbeamten Herbert Herzig durchaus nachvollziehbar: „Die Brautpaare, die an diesem Tag heiraten, hätten ja dann nur alle vier Jahre einen Hochzeitstag zu feiern.“ Allerdings könnte man ihn dann auch seltener vergessen …