Auf Abfuhr folgte spätes Happy-End für SKN-Basketballer. Den Oberwartern bot der SKN nur eine Hälfte die Stirn. Erfolg gegen den BC Vienna nach Verlängerung.

Von Manuel Burger. Erstellt am 08. Januar 2020 (02:36)
Einmal mehr überragend. Florian Trmal (l.) führte den SKN gegen die Vienna (mit dem Ex-St. Pöltner Luka Gvozden) zum Sieg.
Mayer

ST. PÖLTEN – OBERWART 68:107.

In der ersten Hälfte bot der ersatzgeschwächte SKN den Burgenländern, bei denen Käferle die ersten elf Punkte im Alleingang erzielte, noch die Stirn. Auch durch eine Klasseleistung von der Freiwurflinie: Die ersten zwölf Versuche waren allesamt erfolgreich. So kam es zu einem permanenten Führungswechsel. Dank Florian Trmal (19 Punkte in den ersten 20 Minuten) führten die Gastgeber zur Pause hauchdünn mit 48:47.

„Wir haben uns in der ersten Hälfte sehr gut verkauft, sind dann aber komplett eingebrochen. Mental und körperlich ist nichts mehr gegangen“, schilderte SKN-Headcoach Andreas Worenz. Im dritten Viertel gelang fast fünf Minuten kein einziger Punkt, 18 Oberwart-Zähler bedeuteten in dieser Phase die Vorentscheidung. Die deutlichen Viertelergebnisse (8:28, 12:32) machten im zweiten Durchgang ein 20:60-Fiasko perfekt. Vom Dreier lief nicht viel (4/21), auch die Ballverluste waren prägnant (13:5). Worenz in seiner Analyse: „Oberwart ist schon einen Schritt weiter als wir. Sie haben andere Möglichkeiten, was die Rotation betrifft.“

ST. PÖLTEN – VIENNA 101:92 n.V.

Lewis kehrte in die Startformation zurück. Trotzdem kam es, wie bei den Wienern, nur zu einer Rotation mit sechs Mann. Trmal, Lewis, Jalalpoor und Wonisch mussten sogar die ganzen 45 Minuten am Stück abspulen. Angeführt von Detrick (25 Punkte in Hälfte ein, gesamt 42) brachten die Gäste den SKN immer wieder in Bedrängnis und lagen bis drei Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit immer vorne. In Minute sieben bereits 17:6. Auch im vierten Viertel führten die Wiener noch zweistellig: 72:62.

Doch St. Pölten hatte mit Trmal einmal mehr ein Trumpf-Ass. Der ehemalige Vienna-Spieler markierte im Schlussabschnitt 15 Zähler, darunter drei seiner sechs Dreier. Sein letzter erfolgreicher Wurf sicherte seinem Team die Verlängerung. Detrick verlegte zuvor einen Freiwurf, so hatte St. Pölten bei 83:86 die Chance auf den Ausgleich. Auch weil die Wiener nicht foulten. Lewis verlegte seinen Dreipunktwurf, Trmal schnappte sich den Rebound, hetzte zurück zur Dreipunktlinie, verwandelte und wurde sogar noch gefoult. Zwar machte er das Vierpunktspiel nicht perfekt, in der Verlängerung war er mit seiner Truppe aber dann nicht mehr zu stoppen. In der Overtime war der SKN auch erstmals im Spiel in Führung gegangen …

„Wir haben nicht auf unserem Maximum gespielt. Aber die meisten Teams haben gegen den BC Vienna aufgrund der unkonventionellen Spielweise Probleme“, schildert Worenz. Zur Verletzungsmisere: „Es ist eine schwierige Situation momentan. Wir haben absolut keinen Rhythmus und hatten seit dem Wels-Spiel kein richtiges Teamtraining“, fehlen Worenz auch noch zahlreiche junge Spieler.