Im Bus nur mit Maske. Fahrer bei Kontrollen in St. Pölten beschimpft. Polizei unterstützt.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:27)
Symbolbild
APA

Trotz der vielen Lockerungsmaßnahme der Bundesregierung, besteht nach wie vor die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Moral bei den Fahrgästen des St. Pöltner Stadtbusses Lup scheint in letzter Zeit gesunken zu sein. Diskussionen in sozialen Medien und Beschimpfungen gegen Busfahrer haben jedenfalls stark zugenommen.

Ein aktueller Fall beschäftigte einen Fahrgast. Am Bahnhof wurde ein junger Mann nicht in den Bus gelassen, als der keinen Mundschutz hatte, wenig später bei der Station am Neugebäudeplatz ließ er das hingegen bei einem weiteren jungen Mann zu. Das regte den Fahrgast auf und wunderte sich, dass mit zweierlei Maß gemessen werde.

"Wer sich nicht einsichtig zeigt, wird von der Fahrt ausgeschlossen" Stadtkommandant Franz Bäuchler

„Die Fahrer können nicht jedes Mal die Polizei rufen oder die Weiterfahrt verweigern, da wir sonst ständig mit großen Verspätungen auf der Linie konfrontiert wären“, erklärt Martin Mraz von der Firma Zuklin, die Busse des Lup führt. Das bestätigt auch Thomas Kainz vom Medienservice. Weder die Stadt noch der Busfahrer selbst seien dazu berechtigt, gegen einen Fahrgast vorzugehen, der sich weigert einen Mundschutz zu tragen. Es fehle die Vollzugsbefähigung. Die Exekution dieser Maßnahmen liege dezidiert bei der Polizei. Die Stadt habe deshalb bereits auch Kontakt mit der Stadtpolizei aufgenommen.

Diese hat zugesichert, die bestehenden Kontrollen in nächster Zeit zu intensivieren. „Wir wollen in erster Linie aufklärend wirken. Wer sich nicht einsichtig zeigt, wird von der Fahrt ausgeschlossen“, erklärt St. Pöltens Stadtkommandant Franz Bäuchler. Polizisten würden dann zum Teil in den Lup-Bussen mitfahren.