Neidlinger Wissenschaftlerin und clevere Vögel

Alice Auersperg erforscht die Intelligenz, die der von höheren Primaten entspricht.

Erstellt am 12. Dezember 2021 | 04:28
Lesezeit: 2 Min
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Wissenschaftlerin Alice Auersperg mit einem ihrer „Problemlöser“.
Foto: privat

Es sind clevere, vife und quirlige gefiederte Werkzeugbauer und Problemlöser: Die Goffin-Kakadus auf den indonesischen Molukken. Aber nicht nur dort.

Das Goffin-Lab in Goldegg wurde 2011 zur Erforschung der kognitiven Fähigkeiten des Goffin-Kakadus von Alice Auersperg gegründet. Im Moment arbeiten dort mit ihr sieben Studenten, Techniker Markus Fitzka, der die Versuchsapparaturen baut, „und unsere fantastische Tiermanagerin Heidelinde Wanas.

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udem haben zwei Postdocs, Mark O’Hara und Berenika Mioduszewska, vor einigen Jahren die Feldstation auf der indonesischen Inselgruppe Tanimbar aufgebaut“, so Auers perg, deren Forschung ihr gerade einen Anerkennungspreis beim Wissenschaftspreis des Landes einbrachte. Sie forscht inmitten von aktuell 19 Kakadus, zum Beispiel „Figaro“, 13 Jahre alt: „Er ist im Moment das Alpha-Männchen und der erste Kakadu, der bei uns seine eigenen Werkzeuge gebaut hat.“

Und darum geht‘s: Kakadus sind gefiederte Orang-Utans, ausgesprochen explorative und neugierige indonesische Inselbewohner, die nicht von einem Problem lassen können, bis sie es gelöst haben. Ihre Intelligenz ähnelt der eines höheren Primaten, erklärt Auersperg. „Die Fähigkeit ist vermutlich aus genereller Intelligenz entstanden, die eine Anpassung an unvorhersehbare Umweltbedingungen sowie nur opportunistisch erreichbare und schwierig zu öffnende Ressourcen sein könnte. Die Tiere müssen beim Problemlösen mit verschiedenen Möglichkeiten experimentieren, bis sie auf eine Lösung stoßen. Dabei werden vermutlich durch Spiel und vorhergehendes Problemlösen erlernte Strategien auf neue Weise angewandt.“

Kakadus können Formen aus einem Din-A4-Blatt nach einer geistigen Vorlage herstellen. Entweder ein kurzes oder langes Papierstück konnte für eine Cashewnuss getauscht werden. Danach wurde nur ein ganzes Blatt angeboten und die Vögel haben je nach ihrer geistigen Vorlage den Streifen selber herausgebissen. „Wir vermuten, dass die Tiere, ähnlich wie Kinder, spielerisch lernen, Objekteigenschaften kennenzulernen. Durch das wiederholte Kombinieren von Objekten während Spiel und Exploration entdecken die Tiere nützliche Effekte, die Gegenstände aufeinander haben können“, beschreibt Alice Auersperg die Versuche. Nach den Trainings wird für die Kakadus in Goldegg richtig aufgekocht: Eierspeis mit zweierlei Obst und Sojajoghurt.