Bekenntnis zur St. Pöltner Hütte am Felbertauern bei 100-Jahr-Feier

Erstellt am 11. August 2022 | 05:35
Lesezeit: 3 Min
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Am Jubiläumsfest der St. Pöltner Hütte am Felbertauern: Stellvertretender Vorsitzender des Alpenvereins St. Pölten Norbert Lang, Vizebürgermeister Harald Ludwig und Ehrenobmann des Alpenvereins St. Pölten Friedrich Striberny.
Foto: Lang
Die Berghütte des St. Pöltner Alpenvereins am Felbertauern hat eine bewegte Geschichte. Jetzt wurde Jubiläum gefeiert.
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Schon 1908 fassten St. Pöltner Alpinpioniere den Entschluss, eine Schutzhütte am Felbertauern zu bauen und Wege zu den benachbarten Hütten Rudolfs- und Prager Hütte anzulegen.

1911 begannen die Arbeiten, durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und den Ersten Weltkrieg wurde die Hütte erst 1922 fertig und eingeweiht. 100 Jahre später feierten 150 Menschen das 100-jährige Bestehen der Hütte.

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150 Menschen feierten das 100-jährige Bestehen der St. Pöltner Hütte am Felbertauern.
Foto: Lang

Friedrich Striberny, Ehrenobmann des Alpenvereins, gab einen Überblick über die bewegte Geschichte der Hütte.

Plünderung zu Kriegsende, aber Aufbruchstimmung 1967

So wurde sie 1934 Schauplatz eines Raubüberfalls, bei dem der Hüttenwirt erschossen wurde. Auch der Jugendführer der Sektion St. Pölten Karl Fürst erlag schließlich den Schussverletzungen. Zu Kriegsende wurde die Hütte geplündert und schwer beschädigt. Erst 1947 wurde die Hütte behelfsmäßig wiederhergestellt.

Aufbruchstimmung herrschte, als 1967 der Felbertauern-Straßentunnel eröffnet und ein Sessellift zur Bergstation „Venedigerblick“ errichtet wurde. 1968 übernahm der St. Georgener Helmut Strohmaier die Bewirtschaftung und blieb 41 Jahre. Durch den Sessellift mussten Holz und Lebensmittel nicht mehr aus dem Tal auf den Berg geschleppt werden, sondern „nur“ noch von der Bergstation zur Hütte.

Das Gebäude wurde unter der Sektionsführung von Friedrich Striberny vergrößert. Im Winter 2000/2001 dann ein herber Schlag. Ein Lawinenabgang zerstörte den Sessellift, der nicht mehr instandgesetzt wurde. Auch dem Klimawandel zollte die Hütte Tribut. Engpässe bei der Wasserversorgung waren die Folge.

Immer wieder gab die St. Pöltner Sektion ihr Bekenntnis für die Hütte ab. 2011 erfolgte eine umfangreiche Sanierung mit einer Kiesbett-Anlage für die Abwasser-Klärung und die Installation einer modernen Photovoltaik-Anlage.

Die Hütte ist in jeweils ca. drei bis vier Stunden Gehzeit je nach Wegwahl von Norden vom Hintersee im Felbertal bei Mittersill oder von Süden vom Matreier Tauernhaus am Eingang des Gschlösstales erreichbar. Geöffnet ist sie von Mitte Juni bis Mitte September. Hüttenwirt Reinhold Hofmann bewirtschaftet die Hütte bereits seit elf Jahren.

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