„Autismus-Zentrum wäre enorm wichtig“. Ambulatorium Sonnenschein hat Konzept eingereicht. Laut NÖGUS wurde es in Projektpool aufgenommen.

Von Mario Kern. Erstellt am 18. November 2014 (08:22)
NOEN, Foto: Kern
Angela Draxler, Robert Holovsky und Sonja Gobara haben ein Konzept für ein Autismus-Kompetenzzentrum für den Zentralraum erarbeitet und eingereicht.
Gut 1.700 Kinder mit Behinderung werden jährlich im Ambulatorium Sonnenschein behandelt und begleitet. Darunter sind auch 96 autistische Kinder – 13 davon wurden die letzten drei Jahre lang im Rahmen eines vom Land geförderten Betreuungs-Projekts speziell begleitet. „Die Behandlungserfolge sind beachtlich“, weiß Sonja Gobara, die ärztliche Leiterin des Ambulatoriums.

Weil immer mehr Familien eine Anlaufstelle für ihre autistischen Kinder suchen und weil die Erfolge gezielter, aber kostspieliger Therapien auf der Hand liegen, hat das Team des Ambulatoriums vor etwas mehr als einem Jahr ein Konzept für ein Autismus-Kompetenzzentrum im Zentralraum beim Land eingereicht. „Mit unserem Personal und den vorhandenen finanziellen Mitteln könnten wir ein solches wichtiges Kompetenz-Zentrum nicht umsetzen“, erklärt Geschäftsführer Robert Holovsky. Bislang wartet das Team nach einer positiven Reaktion des Landes auf eine Entscheidung.

Therapie für bis zu hundert Kinder

Anfänglich könnten laut Konzept 30 Kinder, später sogar 100, gezielt therapiert werden. „Wir haben das Know-how, wir können es in diesem Zentrum weitervermitteln“, so Angela Draxler, Leiterin der hauseigenen Frühförderung. Ein solches Zentrum wäre landesweit und sogar bundesweit einzigartig.

Hinter dem Konzept des Ambulatoriums stehen zahlreiche Eltern aus dem Zentralraum, deren Kinder bislang unversorgt bleiben. „Jedes autistische Kind, das frühzeitig therapiert wird, wird später einen Vorteil haben“, ist Marianne Nagl überzeugt. Die Mutter eines 12-jährigen autistischen Buben ist Initiatorin einer Avaaz-Petition für ein Autismus-Kompetenzzentrum in St. Pölten.

„Jedes Kind, das frühzeitig und gezielt therapiert wird, wird später einen Vorteil haben. Im Land gibt es keine Anlaufstelle.“ Marianne Nagl

Mittlerweile haben 600 Familien ihre Unterstützung für dieses Projekt signalisiert. Sie alle wissen: „Die Zeit drängt. Es gibt in Niederösterreich keine Anlaufstelle für Familien mit autistischen Kindern.“

Elena Steinmaßl, die Sprecherin des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds, nennt das Projekt „sehr begrüßenswert“. Das Konzept sei in den Projektpool aufgenommen worden. „Es gibt laufende Verhandlungen, wir hoffen, eine Unterstützung für dieses Projekt zu ermöglichen.“