Deponie in St. Pölten stinkt noch immer. Betreiber, Stadt und Land gelobten Besserung. Anrainer merken davon nichts.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:04)
Weiterhin sorgt Geruchsbelästigung durch die Deponie für Verärgerung bei den Anrainern.
NÖN

Die kurzzeitige Besserung nach Weihnachten ist verflogen, den Anrainern der Deponie „Am Ziegelofen“ stinkt es erneut. Seitdem die Feiertage vorbei sind, ist es für einige fast unerträglich. Die Bemühungen von Deponie-Betreiber, Stadt und Land dürften aber noch Zeit in Anspruch nehmen.

„Ich führe eine Art Gestank-Tagebuch“, erklärt Anrainer Jürgen Komma. Seit letztem Sommer sei sein kleines privates Paradies stets von einer intensiven Geruchswolke umgeben. Vor Weihnachten war es kaum mehr auszuhalten. „Es wurde Besserung seitens des Betreibers gelobt. Es wurde auch besser. Seit einigen Tagen stinkt es aber wieder erbärmlich“, so Komma. Es riecht so stark, dass viele Anrainer in den Vormittagsstunden nicht einmal das Fenster zum Lüften öffnen können. „Dabei handelt es sich eindeutig um Müllgeruch und nicht um Gülle, wie behauptet wurde“, ist Anrainer Anton Leitzinger am Ende seiner Geduld angekommen.

Neue Filter, keine Lkw durch die Stadt

Um eine Lösung des Problems ist er weiterhin bemüht, betont Deponie-Betreiber Johann Zöchling. Seiner Auskunft nach müssen noch Anlieferungen aufgearbeitet werden, die für eine starke Geruchsbelästigung sorgen. „Wir übernehmen künftig derartige Anlieferungen nicht mehr“, versichert Zöchling. Außerdem würden gerade Biofilter ausgetauscht, die Arbeit dauere aber noch an. Auf die Beschwerden wegen der Lkw-Fahrten durch die Stadt reagiert er ebenfalls. „Künftig fahren die Lkw nicht mehr durch die Stadt, sondern kommen über Loosdorf.“

In der Abteilung Anlagenrecht im Amt der NÖ Landesregierung verweist man auf ein laufendes Verfahren. „Wir sind sehr bemüht, die Ursache für die Geruchsbelästigungen zu finden“, versichert Leiter Leopold Schalhas. Ein Lokalaugenschein wurde bereits vorgenommen. Anton Leitzinger will jedenfalls bald Ergebnisse riechen, denn „hoffentlich bekommt St. Pölten nach Ende des Glanzstoffduftes nicht den Müllgeruchsstempel aufgedrückt.“