Bangen um den Bahnhof in Viehofen

Stadt bekundet Interesse an Gebäude. Keine Lösung für Güterzüge.

Erstellt am 22. Januar 2021 | 04:05
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Bauarbeiten für ein elektronisches Stellwerk am Bahnhof Viehofen starten 2022. Die Stadt St. Pölten hat Interesse an einer Nachnutzung geäußert.
Foto: Lisa Röhrer

 Derzeit ranken sich die Gerüchte um das Bahnhofsgebäude in Viehofen: Das Gebäude soll abgerissen werden, es wird eine neue Haltestelle errichtet und von Ausbauplänen ist die Rede.

Von den ÖBB heißt es auf Anfrage, dass für 2022 die Errichtung eines elektronischen Stellwerkes (ESTW) am Bahnhof Viehofen sowie die Erneuerung einiger Gleise geplant sind. Der Bahnsteig 1 wird etwa mit Bänken und einer Wartekoje ausgestattet.

„Durch die Einbindung des Bahnhofes Viehofen in die Betriebsführungszentrale Wien wird das Aufnahmegebäude für die Abwicklung des Bahnbetriebes nicht mehr benötigt. Stattdessen wird ein ESTW errichtet“, führt ÖBB-Sprecher Christopher Seif aus. Es ist mit der Stadt vereinbart, dass es dazu auch eine Infoveranstaltung für interessierte Bürger geben soll. „Von der Stadt wurde der Wunsch deponiert, dass das bestehende Bahnhofsgebäude erhalten bleiben und gegebenenfalls zum Verkauf angeboten werden soll“, heißt es aus dem Rathaus. Aufgrund der räumlichen Nähe zum Gefahrenraum bei den Gleisen müsste für eine allfällige Nachnutzung das Gebäude umgebaut werden, weiß der ÖBB-Sprecher. Südlich des Gebäudes ist ein kleiner Garten abgezäunt. Diese Fläche wird bei der Bauherstellung benötigt. „Nach Abschluss der Arbeiten könnte die Fläche wieder genutzt werden“, sagt Seif.

Lärmpegel stört die Anrainer

Aber nicht nur das Bahnhofsgebäude selbst, sondern auch der tägliche Güterverkehr macht den Anrainern zu schaffen. „Trotz Güterzugumfahrung haben wir die ganze Nacht den Lärm von den Zügen“, ärgert sich eine Anrainerin. Sie vermutet, dass Güterzüge aus Tulln über Viehofen umgeleitet werden. Bestätigung dazu gibt es dazu seitens der ÖBB keine.

„Über die Güterzugsumfahrung werden jene Züge geführt, die auf der Weststrecke unterwegs sind. Es kann aber auch der Fall sein, dass Güterzüge aus dem Norden, also aus Richtung Krems oder Traismauer, kommen. Diese Züge können naturgemäß nicht über die Güterzugsumfahrung geführt werden“, erklärt Seif. Seitens der ÖBB sei nie versprochen worden , dass generell keine Güterzüge mehr durch das Stadtgebiet von St. Pölten fahren werden. Gerade bei regionalen Güterzügen sei das aufgrund von deren Abfahrts- oder Ankunftsorten leider nicht anders möglich. „Das Stadtgebiet von St. Pölten wurde durch die Inbetriebnahme des Lückenschlusses St. Pölten-Loosdorf vom Güter- und Durchgangsverkehr bereits deutlich entlastet“, fügt Seif hinzu.