Krätze ist in St. Pölten wieder da. Apotheker bemerken wieder verstärkte Nachfrage nach Scabies-Medikamenten. Einen Engpass gibt es dieses Mal aber nicht.

Von Thomas Werth. Erstellt am 15. Oktober 2019 (06:02)
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Die Krätzmilbe gräbt bis zu zweieinhalb Zentimeter lange Gänge in die Haut, wo sie Eier und Kot ablegt. Die Haut reagiert mit Brennen und Juckreiz, der besonders nachtsauftritt.

Die Krätzmilbe ist in St. Pölten wieder am Vormarsch. Nach massivem Anstieg der Fälle im Frühjahr, war es über den Sommer ruhig geworden um die lästigen Parasiten. Seit September steigt die Zahl Betroffener allerdings wieder massiv an, wie Apotheker Andreas Gentzsch bemerkt: „Die Nachfrage nach Medikamenten gegen die Krätze ist wieder ähnlich hoch wie vor ein paar Monaten.“

Fälle der nicht meldepflichtigen Erkrankung soll es auch wieder in Kindergärten und Schulen geben, bestätigt Gentzsch: „Die Kopfläuse, die normalerweise zu dieser Zeit verstärkt auftreten, treten aktuell in den Hintergrund“, weiß Gentzsch.

"Im Gegensatz zum Frühjahr sind dieses Mal die Lager voll"

Der Pharmazeut rät daher, besonders auf die Erstsymptome der Krätze zu achten. „Dazu gehört vor allem Juckreiz im Bereich der Hände.“ Scabies sei aber sehr schwer zu diagnostizieren, der Weg zum Facharzt daher oft unvermeidbar. Der kann dann auch das entsprechende Medikament verschreiben. „Im Gegensatz zum Frühjahr sind dieses Mal die Lager voll“, erinnert sich Gentzsch an die Lieferengpässe.

Amtsarzt Edmund Entinger bestätigt, dass es seit circa fünf Jahren häufiger Anfragen von Schulen und Kindergärten wegen Behandlung, Wäschehygiene und Fernhaltung vom Unterricht gibt. Von der Bildungsdirektion wurde zuletzt im Frühjahr Infomaterial an Schulen verteilt, in denen auch die richtige Anwendung der Präparate erklärt wurde. „Diese massive Infokampagne hat sicherlich geholfen“, betont Gentzsch.