Adler griff Loosdorfer Kellnerin beim Joggen an. Kellnerin des bekannten St. Pöltner Hotel Restaurants Böck („Roter Hahn“) war in ihrem Heimatort Loosdorf joggen, als sie plötzlich ein Greifvogel attackierte.

Von Gerhard Weber. Update am 13. November 2020 (09:57)
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Normalerweise huscht Michelle als beliebte Kellnerin wieselflink durch St. Pöltens Gourmet-Tempel „Hotel Restaurant-Böck Roter Hahn“. Am Dienstag joggte sie allerdings in ihrem Heimatort Loosdorf durch das Naturschutzgebiet „Ofenloch“, um ein wenig abzuschalten. Was ihr dabei passierte, wird sie wohl nicht so schnell vergessen, denn ein Steinadler griff sie an.

„Ich habe plötzlich einen stechenden Schmerz im Ober- und Unterschenkel des linken Fußes gespürt, so die 23-Jährige, die natürlich sofort an eine Hunde-Attacke dachte. Doch beim Blick zurück entpuppte sich der Angreifer als ausgewachsener Steinadler, der mit seinen messerscharfen Krallen das Bein der jungen Frau angegriffen hatte und auch nicht mehr losließ.

„Ich war chancenlos, das Tier abzuschütteln, hatte zudem alle Hände voll zu tun, den Schnabel, mit dem er immer wieder auf mich los ging, abzuwehren“, erinnert sich Michelle  an die qualvollen und langen Minuten zurück, in denen sie allerdings so viel Ruhe bewahren konnte, die Rettung zu alarmieren. Sekunden wurden zu Minuten und Minuten zu Stunden.

„Ich war chancenlos, das Tier abzuschütteln, hatte zudem alle Hände voll zu tun, den Schnabel, mit dem er immer wieder auf mich los ging, abzuwehren“

Dafür kam aber ihr Retter. Denn Özkan, der zufällig ebenfalls im Ofenloch unterwegs war, eilte Michelle zu Hilfe. Er schaffte es, dass der Vogel von seinem Opfer abließ. Ohne dem Tier Leid anzutun. Mehr noch – er konnte den 13 Jahre alten Steinadler sogar mit einer Kette an einem Wegweiser festbinden, sodass er letztendlich von seinem Besitzer wieder übernommen werden konnte.

Der Falkner zeigte sich sehr besorgt wegen des Vorfalls und entschuldigte sich mehrmals beim Opfer. Er hat auch sofort Hilfe angeboten. Michelle wurde im Krankenhaus ambulant behandelt.

„Ich konnte zum Glück gleich wieder nach Hause“, so die Loosdorferin, die auch erleichtert war, dass Vögel keine Tollwut haben können, „aber jetzt wo ich das ganze nochmals Revue passieren lasse, läuft es mir schon wieder kalt über den Rücken – das hätte ganz anders ausgehen können.“