Betretungsverbote ärgern St. Pöltner. Schilder an Traisen im Norden drohen mit Klage. Jäger heben Schutz der Wildtiere hervor.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 18. Februar 2021 (03:31)
„Die meisten Tafeln waren gesetzeskonform angebracht“, sagt Bezirksjägermeister Johannes Schiesser.
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Neu aufgestellte Tafeln, die den Durchgang entlang der Traisen verbieten, sorgen derzeit für Ärger bei den St. Pöltnern. In Auen und auf Wiesen von Viehofen bis nach Unterradlberg drohen diese sogar eine Besitzstörungsklage bei Zuwiderhandlung an. „Gerade jetzt in Coronazeiten wird hier die Betretung des Naherholungsbereiches für zahllose Bewohner gesetzwidrig untersagt, hier ist noch Bewegung mit Abstand möglich“, ärgert sich ein NÖN-Leser.

„Es gab bereits ein Gespräch mit der Jägerschaft und dem Grundeigentümer“

Diese und ähnliche Anfragen gingen auch beim Magistrat ein. „Es gab bereits ein Gespräch mit der Jägerschaft und dem Grundeigentümer“, bestätigt Thomas Kainz vom Medienservice der Stadt. Gemeinsam fand eine Begehung statt. Bezirksjägermeister Johannes Schiesser berichtet davon: „Es wurde festgestellt, dass fast alle Hinweistafeln gesetzeskonform angebracht waren, da es sich um landwirtschaftliche Flächen handelte und keine Wege.“ Das unbefugte Betreten von landwirtschaftlichen Flächen wie Wiesen, Feldern und Brachfeldern ist grundsätzlich verboten. Schiesser versteht zwar den Drang, in die Natur zu wollen, aber man müsse sich zum Wohl der Wildtiere an Regeln halten. Diese Tiere würden leicht beunruhigt. Besonders in der Dämmerung und in der Nacht sollte man nicht mehr unterwegs sein.

„Es kommt leider immer wieder vor, dass Wildtiere von Hunden gerissen werden. Dies war auch in der Viehofner Au schon der Fall“, gibt Schiesser zu bedenken. Dabei bestehe auch Gefahr für den Hund, weil er sich mit Krankheiten anstecken könne. „Deshalb ist es wichtig, auf vorgesehenen Wegen zu bleiben, keinen Lärm zu verursachen und die Hunde an der Leine zu führen“, so der Jäger.

Der Grundeigentümer konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.