Stadler kritisiert 1,50 Euro-Stundenlohn. Das niederösterreichische Armutsnetzwerk und der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ), Vorsitzender des niederösterreichischen Städtebundes, haben am Mittwoch den Vorschlag zur Senkung des Stundenlohns für Asylwerber für gemeinnützige Tätigkeiten auf 1,50 Euro kritisiert.

Von APA Red. Update am 27. März 2019 (12:07)
Vorlaufer
Matthias Stadler

"In Wahrheit schafft man damit Lohndumping", sagte Stadler am Rande eines Pressegesprächs auf Nachfrage. Mit Verweis auf Initiativen, Lohndumping durch Arbeitskräfte aus dem Ausland zu verhindern, meinte der SPÖ-Politiker zum Vorstoß von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ): "Die Argumentation passt für mich nicht."

Mit der Senkung drücke man das Lohnniveau erst recht nach unten, dadurch könnten möglicherweise auch Arbeitsplätze wegfallen. Kritisch zu den Plänen des Innenministers äußerte sich auch Karl Fakler vom niederösterreichischen Armutsnetzwerk, dem 23 Organisationen angehören. Der ehemalige Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) erklärte weiters, der Begriff "Remunerantentätigkeit" für einen Stundenlohn von 1,50 Euro sei "unanständig".

"Man schafft einen Niedriglohnsektor", meinte Barbara Bühler, Obfrau des niederösterreichischen Armutsnetzwerks. Ein Stundenlohn in Höhe von 1,50 Euro sei "menschenunwürdig": "Das ist keine Anerkennung mehr." Sie befürchtet ebenfalls Auswirkungen auf den gesamten Arbeitsmarkt.

Kritik an der geplanten Senkung hatte zuletzt auch der ÖVP-Bürgermeister von Tulln, Peter Eisenschenk, geübt. "Es ist keinem Menschen zumutbar, um einen Stundenlohn, der in Österreich nichts anderes als entwürdigend ist, zu arbeiten", schrieb Eisenschenk auf seiner Homepage.