Ein Sommer mit Igel-Babys: Wilhelmsburgerin als Tiermama

Erstellt am 07. August 2022 | 06:03
Lesezeit: 3 Min
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Viel Freude und Spaß hatten die Heimbewohner beim Besuch von „Igel-Oma“ Herta Moser mit ihren sechs Schützlingen, die sie aufpäppelte. Begeistert waren auch Erika Dutter (r.) und Franziska Gram.
Foto: PBZ bzw. PJjaruwan/Shutterstock.com (Hintergrund)
In Tag- und Nachtdienst päppelte Ex-Volksschuldirektorin Herta Moser wie selbstverständlich sechs Igel auf.
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Seit Jahren ist die pensionierte Volksschuldirektorin Herta Moser nicht nur Frauchen ihrer Hunde und Katzen, sondern auch „Igel-Oma“.

Das weiß inzwischen auch das Tierheim St. Pölten. „Ich bekam einen Anruf, dass sechs noch blinde Igelbabys abgegeben wurden, deren Mutter war überfahren worden“, erzählt die Tierliebhaberin. So packte sie die Transportbox und holte die Kleinen in die Grubtalstraße.

„Als Ersatz-Mama muss geholfen werden – alle zwei bis drei Stunden, Tag und Nacht.“

„Sie waren zwischen acht und elf Dekagramm schwer“, erzählt Moser. „Ich legte sie daheim in eine Kiste. Trotz der Hitze im Juni bekamen sie eine Wärmeflasche und alte Handtücher zum Hineinkuscheln.“

Dann begann die mühsame Betreuung: Mit Katzenaufzuchtmilch aus einer Spritze nahmen sie bald Nahrung an. Alles, was gefüttert wurde, musste auch ausgeschieden werden.

„Als Ersatz-Mama muss geholfen werden – alle zwei bis drei Stunden, Tag und Nacht. Das ist stressig, aber man erlebt, wie sie wachsen, Augen öffnen, krabbeln. Bald kommt einer drauf, dass man Milch auch schlecken kann, Bananen und geriebene Haselnüsse gut schmecken“, so Moser.

Besuch im Pflegezentrum war Erlebnis für Bewohner

Eines Tages packte Moser die drei Männchen und drei Weibchen ein und besuchte die Bewohner im Pflege- und Betreuungszentrum.

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Viel Freude und Spaß hatten die Heimbewohner beim Besuch von „Igel-Oma“ Herta Moser mit ihren sechs Schützlingen, die sie aufpäppelte. Begeistert waren auch Erika Dutter (r.) und Franziska Gram.
Foto: PBZ

„Das war ein Erlebnis! Wir konnten beobachten, wie die Igelchen Milch schleckten, Katzenfutter und Mehlwürmer verspeisten und herumliefen“, erinnert sich Moser. „Mutige trauten sich, einen Igel in die Hand zu nehmen. Einige Igel knabberten mit ihren Zähnchen schon Finger an – zum Spaß der Bewohner.“

Bald wurden aus den kuscheligen Babys scheue oder aggressive Wildtiere. „Außer, dass ich mich um sie sorgte, wollten sie nicht mehr viel mit mir zu tun haben. So brachte ich sie vor einigen Tagen zu einem nahen Wald“, sagt Moser über die Igel, die nun 400 bis 450 Gramm auf die Waage brachten . Bei einer Wasserstelle und Reisighaufen hat sie die Tiere ausgewildert. „Es war für mich viel Arbeit, trotzdem war es schwer, loszulassen“, so die „Igel-Oma“.

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