Erstellt am 02. Januar 2012, 00:00

Aufregung um Heinzls Kondolenzbuch-Eintrag. TOD VON KIM JONG-IL / Nationalrat Anton Heinzl verteidigt Besuch der nordkoreanischen Botschaft: „War eine Einladung“.

VON THOMAS WERTH

ST. PÖLTEN / Für viel Wirbel sorgte der Eintrag ins Kondolenzbuch von Nationalrat und SP-Bezirksparteiobmann Anton Heinzl anlässlich des Todes des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Il. Vor allem die Jung-Schwarzen lassen ihren Unmut freien Lauf. „Ein Trauerbesuch in der Botschaft Nordkoreas ist verachtend hinsichtlich der Taten des Ex-Diktators. Heinzl muss die Konsequenzen ziehen und sein Amt niederlegen“, fordert Gemeinderat Markus Krempl.

„Das ist dumm und kurzsichtig, was die JVP behauptet“, kontert Heinzl, der sich auf seine Funktion als Mitglied des außenpolitischen Ausschusses beruft. Er habe nur einer Einladung des nordkoreanischen Botschafters Folge geleistet. „Ich wurde zu einem Gespräch über die derzeitige innenpolitische Situation in Nordkorea geladen. Und zum Abschluss wurde ich gebeten, mich in das Kondolenzbuch einzutragen. Dort habe ich dem gesamten koreanischen Volk alles Gute für die Zukunft gewünscht“, so Heinzl.

Und zur Rücktrittsforderung? „Dann müsste die JVP bitte auch ihren Chef, den Herrn Außenminister, fragen, ob er zurücktreten möchte. Denn er hat direkt an den neuen Machtinhaber sein tiefstes Mitgefühl ausgesprochen, was politisch auch korrekt ist. Mal schauen, wie er darauf reagieren wird?“, so Heinzl.

Dass der SP-Politiker, wie er behauptet, nur als Privatperson und nicht im Namen der St. Pöltner Sozialdemokraten die Botschaft besuchte, spielt für die JVP keine Rolle. „Es zeigt, in welchen Kreisen sich Heinzl aufhält, wenn er um Kim trauert. Heinzl ist mit seiner Haltung zu Nordkorea einfach untragbar geworden“, spricht Krempl auch Heinzls „Fact-Finding-Reise“ nach Nordkorea im Jahr 2010 an.

Neben Heinzl geriet auch Bundespräsident Heinz Fischer wegen einer angeblichen Kondolierung in die Kritik. Diese wird dementiert, nur eine „Mitarbeiterin“ habe kondoliert.