St. Pöltner Betriebe starten Matura-Projekt. In Kooperation mit dem Wifi werden ab September sieben Unternehmen ihren Lehrlingen die Weiterbildung erleichtern.

Von Thomas Werth. Erstellt am 22. Juni 2018 (02:59)
Präsentierten das Pilotprojekt, das Lehrlingen den Weg zur Reifeprüfung erleichtern soll: GW-Geschäftsführer Gerhard Nachförg, Peter Taschler, Leiter der Lehrlingsausbildung bei Dormakaba, NÖGKK-Lehrlingscoach Maria Frank-Schlossnagl, EMC-Personalleiter Josef Krückl, NÖGKK-Direktorin Martina Amler, Wifi-Referatsleiter Andreas Satzinger, Wifi-Kurator Gottfried Wieland, Wifi-Institutsleiter Andreas Hartl, XXXLutz-Geschäftsführer Martin Lackner und Dormakaba-Geschäftsführer Dietmar Pfeiffer (von links).  
Gerald Lechner

Seit 2008 ist die Berufsmatura in ganz Österreich möglich. Damit können Lehrlinge während der Ausbildung ihre Reifeprüfung erwerben. Doch für viele Jugendliche lässt sich die praktische Umsetzung nicht mit der Realität vereinbaren, weil sie dafür an die Abendschule müssen. Nicht nur die zeitliche Belastung, auch die Erreichbarkeit des Kursortes zu später Stunde stellt eine große Herausforderung dar.

Um dem entgegenzuwirken, hat sich das Wifi mit sieben Unternehmen aus der Region zu einem Firmenmodell zusammengeschlossen. Sie ermöglichen Lehrlingen, die Matura während der Arbeitszeit nachzuholen und geben ihnen dafür freitags frei. „Derzeit reden wir nur über Matura-Vorzüge und schicken sie dann aber in die Abendschule“, so Mitinitiator XXXLutz-Chef Martin Lackner.

Josef Krückl, Personalleiter des Böheimkirchner Betriebs EMC, rechnet damit, dass bis zu 20 Prozent seiner Lehrlinge das Angebot nutzen werden. Die Sorge, dass diese in Richtung Uni abhanden kommen, sieht Wifi-Referatsleiter Andreas Satzinger nicht: „Zwei Drittel nutzen die Matura zur Absicherung ihres Arbeitsplatzes und nur ein Drittel möchte danach studieren.“ Dormakaba-Geschäftsführer Dietmar Pfeiffer hofft, damit ein zusätzliches Asset für eine Lehre zu haben, „in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, gute Leute zu bekommen“. Beginn des Pilotprojekts ist im September mit vermutlich 15 Lehrlingen. Für jene mit einem aufrechten Lehrvertrag übernimmt der Bund die Kosten.