Nach Frequency nun auch WISA abgesagt. Stadt schränkt Veranstaltungen bis Ende September ein. Veranstalter der Messe im Oktober zieht selber die Reißleine.

Von Martin Gruber-Dorninger, Beate Steiner und Max Steiner. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:32)
Einheizen wird das Frequency-Festival erst nächstes Jahr wieder. Heuer bleiben VAZ-Gelände und Camping-Areal leer.  :
Steiner

Die sich ausbreitende Delta-Variante und Festivals wie in Utrecht mit hunderten Corona-Infektionen hatten es ahnen lassen, nach langen Gesprächen war dann in der Vorwoche klar: Ein Frequency-Festival wird es in St. Pölten auch heuer nicht geben. Aufgrund der Entwicklungen wäre die Durchführung gegenüber Bevölkerung und Festival-Besuchern nicht zu verantworten gewesen, erklärte Bürgermeister Matthias Stadler. Die Stadt wird als Ersatz für die auslaufende Minister-Verordnung eine Verordnung erlassen, die mehrtägige Veranstaltungen mit mehr als 1.500 Personen indoor und mehr als 3.000 outdoor untersagt. Gelten wird diese bis Ende September.

Nicht betroffen wären damit die Austrian Bowl, eintägige Großveranstaltungen und auch die WISA mit Beginn am 1. Oktober. Messe-Veranstalter Frank Drechsler hat allerdings Anfang der Woche die Reißleine gezogen: „Heuer wird es keine Herbst- WISA geben“, erklärt Drechsler. Bevor er noch die ersten Rechnungen ausstellte, habe er sich entschlossen, die Wirtschaftsausstellung ausfallen zu lassen. Einen Tag nach Ablauf der Verordnung eine WISA abzuhalten, sei absurd. Wie es weitergeht, ist noch nicht fix, derzeit plant Drechsler, im Frühjahr 2022 wieder richtig loszulegen.

VAZ lange leer, aber Hoffnung für Tourismus

„18 Monate haben wir Vorbereitungen getroffen – umsonst“, bedauert VAZ-Manager RenéVoak die Frequency-Absage. Die ihm nicht nur ein leeres Gelände, sondern auch drei Wochen leeres VAZ beschert. „Wir hatten zahlreiche Anfragen für Kongresse und Tagungen im August, die wir wegen des Frequency nicht annehmen konnten.“ Aus touristischer Sicht gehen durch die Festivalabsage natürlich Einnahmen verloren, so die Stadt.

„Es ist aber auch ein Umdenken bei der Urlaubsgestaltung zu merken, weshalb wir zuversichtlich sind, dass wir viele Personen gewinnen können, die hier individuell mehr Geld ausgeben als ein Festivalbesucher“, so Rathaussprecher Thomas Kainz. Für Hotelier und Wirte-Innungsmeister Leo Graf war die Festival-Absage die richtige Entscheidung: „Wir waren die vier Tage zwar voll und die Stornierungen schmerzen, aber das Risiko, ein Corona-Hotspot zu werden, können wir nicht brauchen.“ Das sieht Alex Meder ähnlich: „Sicher ist die Entscheidung unangenehm, aber ich hab‘ damit gerechnet.“ Für sein „Das Alfred“ neben dem VAZ sieht Meder auch Positives: „Gastronomisch gesehen ist das kein Nachteil, weil während des Frequency bei uns ja alles abgesperrt ist.“

Stattfinden wird aus heutiger Sicht trotz Verordnung das Spartan Race am letzten August-Wochenende. „Alle Auflagen der Behörden sind von uns erfüllbar und bereits in das Veranstaltungskonzept integriert“, verkündete der Veranstalter. Das Frequency hat mit 18. bis 20. August 2022 bereits einen neuen Termin (mehr auf Seite 39).

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