Römische Überreste in der Kremser Gasse. Archäologen fanden bei Vorarbeiten zur Sanierung der Leitungen in der St. Pöltner Innenstadt weitere Mauern und Münzen aus der Antike.

Von Beate Steiner. Erstellt am 31. Juli 2020 (03:25)
Stadtarchäologe Ronald Risy vor römischem Mauerwerk in der südlichen Kremser Gasse. Die archäologischen Grabungen dort sind abgeschlossen, jetzt werden Leitungen neu verlegt.
Beate Steiner

In der Kremser Gasse haben schon die Römer gewohnt – das bestätigten die Ausgrabungen im südlichen Teil der Einkaufsmeile. 22 römische Mauerabschnitte, die zu sieben Räumen gehörten, konnte das Team rund um Stadtarchäologen Ronald Risy in der 45 Meter langen und drei Meter breiten Aufgrabung entdecken. „Zu wie vielen Häusern diese Räume gehörten, konnten wir noch nicht definieren“, erklärt Ronald Risy. Jedenfalls hatten die Römer hier schon eine Fußbodenheizung – die Archäologen gruben in rund eineinhalb Metern Tiefe spätantike Heizkanäle aus, die sich kreuz und quer durch die Räume zogen.

Auch ein kleiner Schatz lag hier vergraben: 54 Münzen kamen zum Vorschein, 44 davon waren in einer Schicht verstreut, „und wahrscheinlich vorher in einem Beutel“, vermutet der Archäologe, der Näheres über die Geldstücke erzählen kann, wenn sie restauriert sind.

Aufgetaucht bei den Vorarbeiten zur Sanierung des Leitungsnetzes in der Kremser Gasse sind aber nicht nur Reste von Aelium Cetium, der römischen Vorläuferstadt St. Pöltens. Vor der Apotheke an der Ecke Kremser Gasse-Wiener Straße entdeckten die Archäologen neuzeitliche Reste: „In einer Verfüllung haben wir an die 40 Apotheker-Flascherl gefunden – teilweise unversehrt.“ Wann genau die pharmazeutischen Utensilien in den Untergrund gelangt sind, wird noch geklärt.