Bahnhofs-Polizei für FPÖ ein Rohrkrepierer. Otzelberger und Königsberger wollen, dass Stützpunkt rund um die Uhr besetzt ist. Gunacker: „Populistisches Herumgeplärre.“

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 18. Mai 2015 (07:28)
NOEN, NÖN

Glaubt man der FPÖ, dann ist der Hauptbahnhof ein düsterer Ort des Verbrechens. Wer gedacht hat, dass sich dieses Bild mit der Eröffnung des Polizei-Stützpunktes ändert, der irrt. Denn kaum hat die Eröffnung stattgefunden, schießt sich die FPÖ schon auf die erzielte Lösung ein. Den Vorwand liefert eine Prügelei in der Vorwoche (siehe Bericht unten).

"Dreiste Täuschung der Bevölkerung“

„Entgegen den Ankündigungen von Ministerin Mikl-Leitner und Bürgermeister Stadler erweist sich die Polizeiinspektion als dreiste Täuschung der Bevölkerung“, empört sich FPÖ-Stadtpartei-Obmann Klaus Otzelberger. Der Stützpunkt sei zum Tatzeitpunkt nicht besetzt gewesen, denn wochentags werde er nur acht Stunden „bestreift“, samstags nur bis Mittag und an Sonn- und Feiertagen gar nicht. Otzelbergers Forderung: Der Stützpunkt müsse rund um die Uhr besetzt sein, das Innenministerium die dafür notwendigen Polizisten bereitstellen.

Schützenhilfe bekommt Otzelberger von FPÖ-Sicherheitssprecher Erich Königsberger. Der Stützpunkt sei ein „Rohrkrepierer“, der nicht einmal über eine Sicherheitsschleuse, Videoüberwachung und schusssicheres Glas verfüge. Königsberger: „Alles in allem ist die neue Inspektion eine Farce und eine Pflanzerei der St. Pöltner.“

"Populistische Herumgeplärre als Ablenkung"

Die FPÖ betreibe Panikmache, kontert SP-Vizebürgermeister Franz Gunacker: „Wir deuten dieses populistische Herumgeplärre als Ablenkung von Verfehlungen in den eigenen Reihen.“ Das erkläre auch, warum sich „Hilfs-Sheriff Königsberger“ plötzlich für die Landeshauptstadt interessiere. Klar sei, dass ein Wachzimmer allein keine Verbrechen verhindere. Obendrein sei es die schwarz-blaue Regierung gewesen, die das jetzt durch Stadlers Einsatz wieder eröffnete Wachzimmer einst wegrationalisiert habe.
 


Bahnhof: Attacke auf 21-Jährigen

Nächste Gewalttat am St. Pöltner Hauptbahnhof: Aus unbekannter Ursache ist ein 21-Jähriger am Mittwoch von einem Tschetschenen brutal attackiert worden. Dem Opfer wurde mehrmals ins Gesicht geschlagen, ein Auge wurde schwer beeinträchtigt. Der junge Mann wurde ins Universitätsklinikum St. Pölten eingeliefert. Der mutmaßliche Täter ist einschlägig vorbestraft.