SKN gewinnt Herzschlagfinale in Wels. Sensationelles Finish: In den letzten 51 Sekunden holt St. Pölten in Wels einen Sechs-Punkte-Rückstand auf und siegt mit der Schlusssirene.

Von Manuel Burger. Erstellt am 06. Januar 2021 (20:49)
Den Sieg im Visier. SKN-Center Logan Schilder gelang der Gamewinner.
Wolfgang Mayer

Nach der Wahnsinnspartie gegen Oberwart setzte der SKN in Oberösterreich noch einen drauf. Schilder krönte sich mit einem verwerteten Korbleger in der letzten Sekunde zum gefeierten Matchwinner. Davor hatten Böck mit drei verwandelten Freiwürfen und Oikonomopolous per Dreier das unglaubliche Comeback in der letzten Minute eingeleitet.

„Es gibt wenige Mannschaften, die schon so viele knappe Spiele gewonnen haben wie wir“, freute sich SKN-Head Coach Andreas Worenz. „Es war glücklich, aber wir haben es trotzdem verdient. Weil wir in der zweiten Halbzeit super gespielt haben.“

18-Punkte-Rückstand aufgeholt

Dabei lagen die Niederösterreicher zwischenzeitlich schon mit 18 Punkten hinten (29:47). Weil der SKN schwach ins Spiel startete und sich schon nach 160 Sekunden ein 0:9 einhandelte. Nach acht Minuten war Wels gar mit 17 Zählern vorne (23:6). Die Gastgeber zeigten die nötige Aggressivität und dominierten den Rebound. Wie im ersten Viertel kassierten die Gäste auch im zweiten Abschnitt 25 Punkte und handelten sich frühe Foulprobleme ein. So hatte Schilder schon in Minute 18 vier… „Wir haben den Start verschlafen, waren zu übermotivert“, schildert Worenz.

Nach völlig verkorkster erster Hälfte kam St. Pölten auch im dritten Viertel nur schwer in die Gänge. Profitierte aber davon, dass bei Wels der Faden dank der starken Defense der Niederösterreicher komplett riss. In neun Minuten gelangen nur sechs Punkte, während der SKN immer mehr auftrumpfte. Kurz vor Ende der Periode ging St. Pölten tatsächlich zum ersten Mal in Führung, entschied die dritten zehn Minuten mit 25:8 für sich.

Böck übernimmt für Krayem

Doch Wels fing sich im letzten Viertel und hatte die Nase leicht vorne. Erneut fingen sich die Gäste Foulprobleme ein. Oberwart-Matchwinner Krayem musste 140 Sekunden vor Schluss mit dem fünften Foul raus. Nach zwei Ballverlusten lag man mit 77:83 hinten. Ehe Krayems Kollegen Verantwortung übernahmen und den Sieg an sich rissen. Allen voran Böck, der vor seinem Freiwurftriple noch zwei Dreier versenkte.

So kam St. Pölten doch noch aus der Distanz zum Erfolg, nachdem man von den ersten 17 Würfen nur drei traf. Da fielen auch die beiden verworfenen Freiwürfe von Böck in der Crunchtime nicht ins Gewicht, weil sich Wonisch den wichtigen Rebound sicherte und Oikonomopolous entscheidend bediente.

Kurios: Schon in der vergangenen Saison hatte St. Pölten in Wels mit der letzten Sekunde gewonnen, damals versenkte der derzeit verletzte Lewis einen wilden Dreier zum Sieg. Im Sportzentrum hatte der Welser Ray im „Hinspiel“ für den Gamewinner gesorgt, nun drehte St. Pölten den Spieß um. Die nächsten zwei wichtigen Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um einen Platz in der Platzierungsrunde der Top sechs und die damit verbundene Play-off-Qualifikation. Noch dazu wurde damit das direkte Duell gegen Wels gewonnen.

FLYERS WELS – SKN ST. PÖLTEN 83:85 (50:34). – SKN: Krayem 19, Böck 16, Cutuk 14 (Double-double mit 12 Rebounds), Oikonomopolous 14, Schilder 7, Wonisch 6, Jagsch 5, Mbemba 4.