Barrieren beim Bauen: Stadtbild soll geschützt werden. Verzögerungen Verpflichtendes Gutachten und Unterbesetzung der Behörde sorgen für Wartezeiten. Baupolizei bekommt jetzt Mitarbeiter.

Von Beate Steiner. Erstellt am 19. Juli 2019 (04:21)
Straubinger-Gansberger

Baukräne beherrschen das Stadtbild. In vielen Gassen und Straßen der Stadt wachsen Häuser in die Höhe, wird umgebaut, zugebaut, saniert. Und doch sind einige Bauherren und Immobilien-Entwickler unzufrieden, weil Bauvorhaben nicht im geplanten Zeitrahmen realisiert werden können.

Das liegt einerseits daran, dass für jedes geplante Projekt in der Katastrale St. Pölten zusätzlich zur Baubewilligung ein Ortsbildgutachten erstellt werden muss. Was damit zusammenhängt, dass seit dem Vorjahr in der Katastrale St. Pölten das Stadtbild erhalten bleiben und charakteristische Straßenzüge zwischen Viehofen, Spratzern, Wagram und dem Friedhof geschützt werden sollen.

Darüber wird künftig ein Gestaltungsbeirat wachen, der sich noch nicht konstituiert hat.

„Bei Berufsgruppen, die auch in der Privatwirtschaft sehr gefragt sind, ist es derzeit schwieriger, entsprechendes Personal zu bekommen

Andererseits muss die Behörde natürlich nach einem positiven Ortsbildgutachten eine Baubewilligung erteilen. Derzeit ist die Baupolizei allerdings unterbesetzt – der Magistrat sucht seit Jänner mittels Inserat Mitarbeiter. „Bei Berufsgruppen, die auch in der Privatwirtschaft sehr gefragt sind, ist es derzeit schwieriger, entsprechendes Personal zu bekommen“, erklärt Stadt-Sprecher Martin Koutny und berichtet Erfreuliches: „Die Baupolizei ist seit 15. Juli wieder vollständig besetzt.“ Die Stellenausschreibung bleibt aber aufgrund einer bevorstehenden Pensionierung aktuell.

Gleichzeitig betont Martin Koutny, dass die gesetzlichen Fristen für die Erstellung der Bescheide eingehalten werden. „Manche eingereichten Projekte sind aber in den Bewilligungsverfahren sehr aufwendig, und dadurch kann es etwas länger dauern. Es gibt aber auch Projekte, deren eingereichte Unterlagen mangelhaft sind, wodurch es zu Verzögerungen und längeren Bearbeitungszeiten kommt“, so Koutny.