Staffelübergabe in St. Pölten: „Pauli“ läuft zu Leeb. Herbert Bauer gibt sein Geschäft in der Josefstraße auf. In der Linzer Straße geht’s aber noch weiter.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 15. Juli 2021 (03:39)
Christian Gebath (l.) war Lehrherr von Herbert Bauer, im Bild mit Tochter Kathrin Bauer, und gehört noch immer zu seinen wichtigsten Mentoren.
PAULIS Lauf-shop/Lackinger, PAULIS Lauf-shop/Lackinger

Wer seit 2008 den Laufsport für sich entdeckt hat oder einfach neue Laufschuhe brauchte, ist an Herbert „Pauli“ Bauer nicht vorbeigekommen. In der Josefstraße bietet er seit 13 Jahren, was das Läuferherz begehrt. Mit Blick auf seine Pensionierung zieht er mit seinem Konzept zu Leeb Schuhe & Orthopädie in der Linzer Straße. „Es ist der erste Schritt, ich werde meinen Kunden aber noch erhalten bleiben“, betont Bauer. Eröffnet wird am Donnerstag, 12. August.

Dabei lief es in der Laufbahn von Pauli, der seinen Spitznamen aus der Fußballer-Zeit hat, nicht so geradlinig, wie es jetzt scheint. Nach Abbruch der Handelsschule hätte er die Zusage für eine Lehre zum Bürokaufmann gehabt. Als er jedoch sah, dass Intersport Gebath einen Sportartikelverkauf-Lehrling suchte, ging er ohne Zeugnisse hinein und ergatterte die Stelle.

„Es ist der erste Schritt, ich werde meinen Kunden aber noch erhalten bleiben“

„Christian Gebath ist einer meiner drei wichtigsten beruflichen Mentoren“, sagt Bauer. Bei der Lehrabschlussprüfung drohte ein glattes „Nicht genügend“, weil er nicht gemerkt hatte, dass auf der Rückseite weitere Beispiele standen. „Die Prüfer haben aber an mich geglaubt, ich konnte sie mündlich überzeugen und so habe ich mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen“, erinnert er sich. Irgendwann wollte er mehr verdienen, arbeitete sich ab 1980 beim Unternehmen Georg Fischer zum Vorarbeiter-Stellvertreter hoch, später ging es zurück zu Sportartikeln bei Sport Bilcik. Die Übersiedelung 1989 machte Bauer nicht mit und landete nach einem kurzen Zwischenstopp wieder bei Gebath. Durch Helmut Friesenbichler kam er zum Pressehaus. Als Ansprechpartner aus der Sportbranche verkaufte er ab 1992 Anzeigen für das „Land der Berge“-Magazin. „Sechs Jahre funktionierte das gut, dann war mir das Autofahren zu viel.“

1987 begann Pauli zu laufen. Bei der Bewegung kamen ihm die Ideen. Mit einem Konzept wechselte er 1998 zu K-Sport und blieb neun Jahre. Schließlich wollte er zu einem großen Sportstore wechseln, es scheiterte jedoch an der Entlohnung. „Die Selbstständigkeit hatte ich schon länger im Kopf, dann bin ich durch Zufall auf dieses Geschäftslokal gestoßen“, erinnert sich der leidenschaftliche Laufschuh-Verkäufer, der mittlerweile hauptsächlich mit dem Rennrad unterwegs ist.