Aufregung um Perchten nach Show am Rathausplatz. 22-Jährige soll nach Show am Rathausplatz von Maskiertem mit Rute an den Beinen verletzt worden sein. Verein wehrt sich gegen die Vorwürfe und überlegt rechtliche Schritte.

Von Thomas Werth. Erstellt am 02. Dezember 2019 (17:00)
Dominik Aigner (l.) und Thomas Schopf weisen die Vorwürfe entschieden zurück.
Werth

„Warum haben Frauen nicht das Recht darauf, auf öffentlichen Veranstaltungen sicher zu sein?“ fragt sich die 22-jährige Julia Leputsch. Sie habe beim Besuch des Christkindlmarkts am Rathausplatz nämlich mehrere Hämatome erlitten. Zugefügt habe ihr diese ein Percht im Anschluss an den Perchtenlauf. „Er wollte mich erschrecken, aber ich blieb einfach stehen. Da schlug er mit der Rute zu. Ich sagte ihm, dass ich das nicht möchte, da schlug er mich noch zwei Mal“, schildert Leputsch. Geholfen habe der Weinburgerin niemand. „Dabei passierte das mitten am Christkindlmarkt.“ Ihrem Ärger darüber machte Leputsch auch in einem Brief an den Magistrat Luft. Angezeigt hat sie den Vorfall nicht. „Ich habe nur zwei Securitys informiert.“

NOEN

Nicht nachvollziehen können die Wilhelmsburger Perchten die gegen sie gerichteten Vorwürfe. „Wir lassen uns nicht als Frauenschläger hinstellen“, betont Obmann-Stellvertreter Dominik Aigner, der nun mit dem Vereinsvorstand rechtliche Schritte gegen Leputsch überlegt. Mit ihren Ruten, die aus Pferdehaar und Kuhschweifen bestünden, sei es gar nicht möglich, solche Verletzungen herbeizuführen. Im Anschluss an den Lauf seien zwar ein paar Kollegen noch am Christkindlmarkt gewesen, „aber nur für Fotos mit Besuchern.“

Drei Schläge mit der Rute, „die nicht nur aus Tierhaaren bestand“, habe Leputsch erhalten.
privat

„Total überrascht“ von den Anschuldigungen ist auch Michael Bachel vom Veranstaltungsservice der Stadt. „In zehn Jahren gab es mit den Wilhelmsburger Perchten nie Probleme.“ Bachel möchte noch Gespräche führen, bevor er mögliche Konsequenzen zieht.

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