St. Pölten wächst nicht überall

Anfang 2022 wohnen 62.014 Menschen in der Stadt – um 711 mehr als Anfang 2021.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:45
Lesezeit: 2 Min
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In Wagram wächst St. Pölten. Etwa mit dem Alpenland-Projekt Mühlbach Ost, mit dem rund 260 Wohnungen entstehen.
Foto: Max Steiner

Corona habe den Effekt, dass die Menschen von der Stadt aufs Land ziehen, orakeln Trendforscher wie Tristan Horx.

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Die Stadt St. Pölten bleibt von diesem Trend aber bislang verschont. Im Gegenteil: Die Stadt wächst weiter, wie der Blick in die aktuelle Standesamt-Statistik zeigt.

Anfang 2022 hatten demnach insgesamt 62.014 Einwohner einen Wohnsitz in der Stadt – um 711 mehr als Anfang 2021. Die Zahl der Hauptwohnsitzer stieg von 56.098 auf 56.558. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist die Landeshauptstadt mit einem Hauptwohnsitzer-Plus von 4.010 hinter Wiener Neustadt und Schwechat die am drittschnellsten wachsende Kommune Niederösterreichs – zumindest in absoluten Zahlen.

Den meisten Zuzug gibt es im Stadtzentrum

Der Blick in das Statistische Jahrbuch 2020 der Stadt zeigt, wo in den vergangenen Jahren das Wachstum besonders stark war. Den größten Zuzug gibt es seit Jahren in das Stadtzentrum. Die Zahl der Einwohner nahm hier in den vergangenen drei Jahren um über 400 zu. Auch die Hälfte der 5.456 Nebenwohnsitzer wohnt im Zentrum.

Dennoch bleibt Viehofen auch 2022 noch der dichtest bebaute Stadtteil – mit einer Siedlungsdichte von 1.918 Einwohnern pro Quadratkilometer, in der Katastralgemeinde St. Pölten sind es 1.869 Einwohner. Ebenfalls ein sattes Bevölkerungsplus gab es seit 2017 in Spratzern (+275), Ragelsdorf (+107), Pottenbrunn (+85), Oberwagram (+78), Hart (+68) und Ratzersdorf (+64).

Es gibt aber auch in einer wachsenden Stadt schrumpfende Katastralgemeinden. Das größte Bevölkerungsminus seit 2017 musste Teufelhof hinnehmen. Hier sank die Einwohnerzahl um 45 (auf 526). Zu den Verlierern zählen auch Pengersdorf und Stattersdorf (jeweils -18) sowie Waitzendorf (-14). Unverändert blieb die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren hingegen in der kleinsten Katastralgemeinde – im Drei-Einwohner-Ort Reitzersdorf.

Wiener und Kremser zieht es öfter nach St. Pölten

Generell ist das Einwohnerplus in St. Pölten ausschließlich auf ein positives Wanderungssaldo – also mehr Zuzüge als Wegzüge – zurückzuführen. Denn die Geburtenbilanz ist seit 2005 nicht mehr positiv – infolge der hohen Sterblichkeit durch Corona war sie zuletzt sogar besonders negativ. 2020 zogen insgesamt 3.480 Menschen nach St. Pölten, 2.997 zogen weg. Die Zahlen aus 2021 gibt es noch nicht.

Besonders hoch ist dabei der Austausch mit den Nachbar-Gemeinden Wilhelmsburg, Herzogenburg und Ober-Grafendorf. Stark zugenommen hat in den vergangenen Jahren auch der Zuzug aus Krems sowie aus Wien, wobei 2020 erstmals seit Jahren wieder mehr St. Pöltner nach Wien (565) zogen als Wiener nach St. Pölten (534).

Übrigens: Die Zuwanderung ist nicht, wie mitunter gemutmaßt wird, vor allem auf ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zurückzuführen: Das Wachstum verteilt sich ziemlich gleichmäßig auf österreichische Landsleute, EU-Bürger und Angehörige anderer Staaten – nur die Zahl der Türkinnen und Türken nimmt seit Jahren ab.