Coronavirus beeinflusst den Alltag. Geschäfte rüsten Sortiment um, Messordnung wird angepasst, Anleitungen für die Schulen.

Von Martin Gruber-Dorninger und Christine Hell. Erstellt am 03. März 2020 (02:03)
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Das Coronavirus beeinflusst nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern greift indirekt in unser Leben ein. Das fängt schon beim normalen Händeschütteln zur Begrüßung an, geht über das Einkaufsverhalten bis hin zur Buchung des nächsten Urlaubs.

„Bei mir können Sie keine Bilder von leeren Regalen machen. Unser Lager ist bummvoll“, hat Johann Mohr von der Spar-Filiale Wagram sein Sortiment auf die neue Situation bereits ausgerichtet. Der eine oder andere Kunde stand aber schon vor einem leeren Regal in manchen Geschäften in St. Pölten. Hülsenfrüchte in Dosen, Reis und Teigwaren wurden vermehrt eingekauft. „Wir stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und bereiten uns vorsorglich auf mögliche Szenarien in Zusammenhang mit dem Corona-Virus vor“, heißt es auch von der Rewe-Group Österreich.

Checklisten für die Schulen ausgeschickt

Bei den Schulen ist derzeit ebenfalls Vorsicht geboten. Grund zur Panik gibt es aber nicht. „Es besteht derzeit kein Grund, Schulskikurse oder ähnliche Veranstaltungen abzusagen“, erklärt Susanne Schiller, Sprecherin der Bildungsdirektion. Die Direktorin der Volksschule Neulengbach Marietta Leibetseder hat so wie alle anderen Schulen auch bereits eine Anleitung und eine Checklist vom Bundesministerium und der Bildungsdirektion bekommen, „wo drinnen steht, was im Fall des Falles genau zu unternehmen ist.“ Sie hat bezüglich des Coronavirus auch Kontakt mit Schulärztin Karin Demel, aufgenommen. Ihr Tipp: „Bitte, keine Panik aufkommen lassen.“ „Und auch in der Checklist ist das so vermerkt“, erklärt Marietta Leibetseder. 

Bei den Schulen ist derzeit ebenfalls Vorsicht geboten. Grund zur Panik gibt es aber nicht. Schiller, Sprecherin der Bildungsdirektion. Die HLW St. Pölten sagte die Fahrt zu einem Sprachenwettbewerb nach Wien ab. Der Bewerb hätte im Gymnasium in der Albertgasse in Wien-Josefstadt stattfinden sollen. Jene Schule, die wegen eines Verdachtsfalles kurzfristig gesperrt wurde.

Katharina Brandner, Sprecherin der Diözese St. Pölten, will mit den Maßnahmen bei Messen noch abwarten.
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Vorsicht ist sogar in der Kirche angebracht. In Wien und Salzburg wurden aufgrund der Ansteckungsgefahr das Weihwasser aus den Kirchen entfernt und die Hostienvergabe eingestellt. In St. Pölten gibt es derzeit noch keinen Grund für solche Maßnahmen. Da die Dome in Wien und Salzburg auch touristisch stark frequentierte Plätze sind, wird die Gefahr dort viel höher eingeschätzt. „Wie sich die Situation allerdings bis zu den Osterfeierlichkeiten entwickeln wird, bleibt abzuwarten“, erklärt die Pressesprecherin der Diözese St. Pölten Katharina Brandner. Nach derzeitigem Stand bleibt das Weihwasser in den Kirchen in den Becken und die Hostienvergabe wird weiterhin durchgeführt. Auch beim Friedensgruß sind keine Einschränkungen vorgesehen. Einzig die heute ohnehin selten praktizierte Kelchkommunion wird nicht mehr angewendet, da das Risiko einer möglichen Ansteckung zu groß wäre. „Wir evaluieren die Situation laufend und schließen selbstverständlich keine Maßnahmen aus“, so Brandner.

„Wie sich die Situation bis zu den Osterfeierlichkeiten entwickeln wird, bleibt abzuwarten.“ Katharina Brandner, Sprecherin der Diözese St. Pölten

Jürgen Dallinger empfiehlt Kontaktaufnahme mit dem Reisebüro mehr als einen Monat vor Reiseantritt.
Gärtner

Großen Einfluss hat das Coronavirus derzeit auf Reiseaktivitäten. Einige Fluglinien, wie beispielsweise Wizz Air, strichen Flüge, vor allem nach Italien. Jürgen Dallinger von Gärtner Reisen sieht den Trend zu Flugreisen aktuell etwas abgeflaut. Amerika, Kanada, Südamerika werden aber weiterhin stark angefragt. Auch Griechenland und Spanien liegen ungebrochen im Trend. Bei Reisen nach Asien seien die Kunden derzeit sehr abwartend. „Die Leute informieren sich verstärkt bei uns und fragen nach unserer Einschätzung“, erklärt Dallinger.

Umbuchungen werden ebenfalls angefragt, da sogar der Umstieg auf italienischen Flughäfen vermieden werden soll. Das Reisebüro kann die Lage bei betroffenen Flughäfen auch gut einschätzen und entsprechende Empfehlungen abgeben. Der Reiseexperte empfiehlt jedenfalls, sich etwas mehr als einen Monat vor einer geplanten Reise noch einmal mit dem Reisebüro in Verbindung zu setzen. „Bis dahin sind die Stornospesen noch nicht so hoch“, so Dallinger.

Eine St. Pöltner Delegation hätte im Oktober eine Partnerschaftsreise ins chinesische Wuhan antreten sollen. Die Reise wurde um ein Jahr verschoben. Das St. Pöltner Büro für internationale Kontakte ist im ständigen Austausch mit den Kollegen in Wuhan. Die chinesische Metropole gilt als Ausgangspunkt des Coronavirus. „Derzeit können wir wohl nur wenig tun, außer unser Mitgefühl auszudrücken. Wenn sich die Lage wieder normalisiert hat, können wir auf allen Ebenen unseren Beitrag leisten“, erklärt Michael Koppensteiner vom Medienservice.