Fokussierung auf das Wichtige während der Fastenzeit. Für Bischof und Propst bedeutet Fastenzeit Befreiung von Unwichtigem.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 16. April 2019 (02:59)
Diözese
Für BischofAlois Schwarz heißt Fasten den Alltag durchbrechen.

Nicht nur einfach weniger essen, sondern ein Ausdruck einer Sehnsucht nach „Mehr“ ist für Bischof Alois Schwarz der Grund, warum viele Menschen fasten. „Fasten heißt nicht, schlanker werden zu wollen, sondern das Gerümpel meines Lebens wegzuräumen, das zwischen mir und dem Auferstandenen liegt“, ist Schwarz überzeugt.

Durch bewussten Verzicht entstehen Freiräume, um die Gottesbeziehung zu reflektieren, zu hinterfragen, zu intensivieren. „Wir sind aufgerufen, uns von Dingen, von Zwängen, von Unwichtigem zu befreien, die einem von den wichtigen Fragen und Regungen im Leben abhalten“, so Schwarz. Über allerlei Dinge, die jetzt gefastet werden, könne man entweder schmunzeln, oder genau als das Zeichen werten, das es ist: Die Welt ist wahnsinnig voll von Dingen, von Alltag, von Konsum, vom Zuviel von allem.

„Fasten heißt nicht, schlanker werden zu wollen, sondern das Gerümpel meines Lebens wegzuräumen.“ Bischof Alois Schwarz

Für ihn selbst bedeutet die Fastenzeit auch Aushalten: „Das Warten auf das Osterlicht, die Sehnsucht nach dem Auferstandenen. Er wird für uns sterben, damit wir das Leben haben. Dieses große Versprechen macht Mut und das Durchhalten schöner“, meint der Bischof.

Kopitz
Für Propst Petrus Stockinger ist Fasten ein Weg, sich selbst zu überwinden.

Für den neuen Propst des Stifts Herzogenburg Petrus Stockinger ist Fasten ein Weg, zu lernen, sich zu überwinden und aus dem Mittelpunkt zu rücken. „Das ist wichtig und eröffnet eine Vielzahl an Möglichkeiten.“ Er denkt, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Fasten keine kurzfristige Sache sein könne, um ein paar Kilos abzunehmen. „Es geht um eine Lebensveränderung, um eine Fokussierung auf das Wichtige. Der neue Propst fastet selbst beim Essen und Trinken sowie beim Internet und Handy. Stockinger sehe auch, wie wichtig es ist, einander zu stützen. Aus diesem Grund würden Fastenexerzitien oder Fastenkurse in Klöstern boomen. „Gemeinsam fasten funktioniert einfach besser“, ist der Propst überzeugt.

Treffen gab es heuer erstmals im Rahmen der Fastenzeitaktion in der Dompfarre. „Die Gesprächsgruppen wurden gut angenommen. Pro Termin waren sechs bis acht Personen dabei, auch jene, die nicht im katholischen Glauben verortet sind“, freut sich Initiatorin Ulla Frühwald. Ziel war, dass die Fastenzeit als eine Zeit des Neuanfangs erfahren wird. „Oft sind wir mit Tätigkeiten in Beruf, Familie und Freizeit so vollgefüllt, dass der inneren Lebensfreude die Luft ausgeht“, meint Frühwald. Da tue es gut, sich Zeit zu nehmen, den Alltag zu unterbrechen und wieder nach den Quellen des Lebens zu suchen.

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