Hartes Jahr für KFZ-Neuzulassungen erwartet. St. Pöltens Autohändler sind mit dem Vorjahr größtenteils zufrieden, gemischte Gefühle gibt es für 2020.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 21. Januar 2020 (03:22)
Symbolbild
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Mehr als ein Zehntel der blau-gelben Pkw-Neuzulassungen 2019 entfallen auf die Landeshauptstadt und den Bezirk St. Pölten – konkret sind es 3.530 in der Stadt und 3.487 im Bezirk. „Man kann unter dem Strich zufrieden sein“, hört man aus der Branche. „Aber wer weiß, was mit der türkis-grünen Regierung noch auf uns zukommt?“ Die NÖN hat sich bei den St. Pöltner Autohändlern genauer umgehört.

NOEN

„Es wird ein hartes Jahr, aber wir kämpfen weiter“, betont Franz Mayer. Das erste Elektroauto von Mazda, der MX-30, wird heuer an den Start gehen. Zugleich unterstreicht der Mazda-Mayer-Chef den eindeutigen Trend zum Benziner. Und: „Der Kunde legt Wert auf eine gute Ausstattung, die PS sind nicht mehr so wichtig.“

Werner Blum sieht auf seine Verkäufer viel Arbeit zukommen: „Beratung, Beratung, Beratung!“ Die Verunsicherung dank der Klimadiskussion und der neuen Regierung sei groß. Der Kunde wird im Ratzersdorfer Autohaus in Zukunft noch umfangreicher beraten werden, „damit er sein ideales, maßgeschneidertes Auto bekommt“. „Das Elektroauto ist langfristig keine Lösung, die Zukunft wird Wasserstoffauto heißen!“, ist der Autohaus-Blum-Inhaber überzeugt. Ford wird heuer zwei interessante Plug-in-Hybride (Kuga, Explorer) auf den Markt bringen. Bezüglich Elektroauto sieht Werner Blum hohe Kosten auf die Autohändler zukommen: „Die Hardware muss angeschafft werden, die Mitarbeiter müssen geschult werden.“

„Elektroauto wirklich so umweltfreundlich?“

„2019 war ein interessantes Jahr, 2020 wird noch interessanter“ – Florian Schirak, Verkaufsleiter aller Marken (Jaguar, Land Rover, Hyundai, Nissan, Volvo) bei Schirak automobile, erwartet hohen Druck von den Importeuren – die neuen CO2-Vorgaben seien jetzt schon sehr präsent. Aktuell hat das Autohaus bereits drei Elektroautos zur Auswahl: Jaguar I-Pace, Hyundai Ioniq Elektro und den Nissan Leaf. Heuer wird der emissionsfreie Volvo XC40 an den Start gehen. „Aber sind Elektroautos wirklich so umweltfreundlich? Man denke da nur an die Herstellung der Lithium-Ionen-Batterie“, denkt Florian Schirak laut nach. Und ginge es nach ihm, dann würde er die Normverbrauchsabgabe abschaffen und dafür die Spritpreise erhöhen.

Ein absoluter Big Player in der Landeshauptstadt ist Porsche St. Pölten (VW, Audi, Seat und Porsche). Im vergangenen Jahr konnten 700 Neuwagen sowie 1.000 Gebrauchte verkauft werden. Geschäftsführer Michael Czerny: „Wir spüren bei unseren Kunden ein deutlich gestiegenes Interesse nach Autos mit alternativen Antriebsformen. Wir glauben auch an eine erfolgreiche Entwicklung der E-Mobilität und werden alles da-ran setzen, unseren Beitrag dazu zu leisten.“ Ein Meilenstein wird heuer sicher der VW ID.3 sein, der gegen Mitte des Jahres an den Start gehen wird – mit einer Reichweite von bis zu 550 Kilometern. „Klimaschutz und Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes sind auch für uns ein vorrangiges Thema. Auch bei der Beratung der Kunden und dem Forcieren von alternativen Antriebsformen im Verkauf“, streicht der Autohaus-Chef hervor.

Kaufverhalten aktuell „sehr zurückhaltend“

Dietmar Lembacher, Geschäftsführer von Toyota Frech, blickt zufrieden zurück – und optimistisch in die Zukunft, wenngleich das Kaufverhalten aktuell „sehr zurückhaltend“ ist. Die Japaner stehen vor einer wahren Modellflut, viele neue Modelle (wie neuer Yaris, neuer Camry) werden an den Start gehen. Besonders freut sich Dietmar Lembacher auf den neuen Mirai – ein Wasserstoffauto.

Göndle-Geschäftsführer Michael Hickelsberger blickt ebenfalls zufrieden auf 2019: „Es war ein sehr gutes Jahr für uns, wir konnten uns steigern!“ Zu den Themen CO 2 und Regierung möchte er nur eines sagen: „Da kann viel passieren!“ Man orte ein Abwarten bei den Flotten- und Großkunden. BMW wird heuer den X1 und den X3 als Plug-in-Hybrid auf den Markt bringen, und der Mini soll
auch batterieelektrisch voll durchstarten.

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