Smartphone ist „Unfall-Treiber“. Bezirk St. Pölten: Polizei erwischt mehr Raser. Ablenkung durch Telefon birgt großes Risiko.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 02. März 2021 (17:48)
Handy am Steuer verringert das Reaktionsvermögen
APA (Symbolbild/dpa)

Mit der Einhaltung der Geschwindigkeit nahmen es 2020 viele Lenker nicht so genau. 12.646 Übertretungen hat die Polizei im Vorjahr im Bezirk festgestellt, 2019 waren es nur 10.520 Übertretungen. 4.455 Lenker wurden 2020 dabei angezeigt, 2019 wurden 4.202 Anzeigen verhängt. Den Anstieg führt Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler auf die Schwerpunktkontrollen zurück. „Mit einer sogenannten Stafetten-Überwachung wird versucht, ganze Straßenzüge rigoros zu überwachen.“

240 Alkolenker wurden 2020 zudem angezeigt, fast genauso viele wie im Jahr davor. Die Disziplin im Bereich Alkohol und Drogen am Steuer ist dennoch hoch. „Der Anstieg im Bereich Suchtmittel ist auf Schwerpunktkontrollen und die Forcierung der Ausbildung der Beamten auf diesem Gebiet zurückzuführen.“

Eine hohe Kontrolldichte ist für Pichler der Schlüssel für eine wirksame Überwachungstätigkeit. Das sei im ländlichen Bereich aber eine Herausforderung, 1.030 Kilometer an Bundes- und Landesstraßen sind im Bezirk zu überwachen. Technische Kommunikationsmöglichkeiten wie SMS oder WhatsApp stellen ebenso eine Herausforderung dar. „Kontrolltätigkeiten und Standorte der Polizei sind schnell bekannt“, weiß Pichler.

Gurtpflicht und Handy als Schwerpunkte

Die Überwachung von Gurtpflicht und Telefonieren am Steuer sind Schwerpunkte im Bezirk. So gab es im Vorjahr „nur“ 20 Anzeigen wegen fehlender Kindersicherung, hingegen 838 Übertretungen wegen Telefonierens während der Fahrt. „Beim Gurtanlegen ist die Disziplin hoch, leider gibt es aber Unbelehrbare“, stellt Pichler fest. Mobiltelefone sind klarer Ablenkungsfaktor Nummer eins. „Das ist ein wesentlicher ,Treiber‘ im Unfallgeschehen“, mahnt der Polizeichef.

Insgesamt wurden im Vorjahr 2.542 Unfälle mit Sachschaden, 350 mit Personenschaden verzeichnet. Die Gesamtzahl ist aber gesunken. „Das ist sicher dem geringeren Verkehrsaufkommen durch die Lockdowns geschuldet“, meint Pichler. Doch weniger Verkehrsaufkommen hat nicht nur positive Folgen: Es animiere Fahrer dazu, schneller unterwegs zu sein. 151 Lenkern wurde 2020 der Führerschein oder der Mopedausweis vorläufig abgenommen.