Magier-Duo im letzten Flieger nach Österreich. Thommy Ten und Amélie van Tass kamen nach Irrfahrt in Österreich an. Urlauber aus Tulln und St. Pölten mussten vom Paradies direkt in die Quarantäne.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 25. März 2020 (03:47)

Eigentlich sollte das Zauberer-Duo Thommy Ten und Amélie van Tass gerade durch die USA touren und sein neues Programm der „Zweifach zauberhaft“ präsentieren. Dem machte das Coronavirus aber einen saftigen Strich durch die Rechnung. Rund eine Woche hat es gedauert, bis die beiden endlich einen Flug aus Übersee nach Europa bekamen. Auch Urlauber aus der Region hatten mit Schwierigkeiten zu kämpfen, um nach Hause zu kommen.

Am 13. März spielten die „Clairvoyants“, wie sich Thommy Ten und Amélie van Tass in den USA nennen, in Arizona. Danach wurden alle Shows abgesagt und die beiden strandeten in Los Angeles.

Nach Österreich zu kommen, war alles andere als einfach, trotz mehrfachem Kontakt zum Außenministerium. Am Sonntag gab es nach einer Irrfahrt aber ein Happy End. Immer wieder wurden Flüge nach Europa gestrichen, sodass bis Samstag unklar war, ob die Heimat noch erreicht werden kann, bevor der gesamte Flugverkehr eingestellt wird. „Eben wurde unser Flug gecancelt“, schrieb Thommy am Freitag. Ein weiterer Flieger sollte einen Tag später gehen. „Es gibt nur mehr drei Verbindungen zwischen den USA und Europa.“ Auch hier Fehlanzeige. Erneut gab es kein Ticket für die beiden.

„Zuerst dachte ich, auch wenn ich nicht die Einzige hier bin, bin ich noch immer sicherer und besser geschützt als zu Hause.“ Uli Werzinger, Tulln

Am Samstag klappte es dann endlich doch – via San Francisco kam das Magier-Pärchen mit dem vielleicht letzten Flug Richtung Europa in München an. Von dort ging es mit einem Leihauto die knapp 400 Kilometer nach Krems-Stein.

Auf sechs Wochen im Urlaubsparadies Mauritius hatte sich die Grand Dame der Tullner Kunstwerkstatt Uli Werzinger schon lange gefreut. Gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar wollte die unternehmungslustige Seniorin ursprünglich bis nach Ostern auf der Insel bleiben. Während ihre Mitreisenden aufgrund alarmierender Meldungen aus der fernen Heimat vorzeitig den Rückflug antraten, entschloss sich Werzinger, bis 15. April zu bleiben.  „Zuerst dachte ich, auch wenn ich nicht die Einzige hier bin, bin ich noch immer sicherer und besser geschützt als zu Hause.“

Verzeichnete man zunächst auf Mauritius noch keinen Coronafall, so lagen am 19. März bereits drei bestätigte Fälle vor. Richtig stutzig wurde Werzinger, als sie via Internet von einer möglichen Sperre des Flughafens erfuhr. Sie versuchte noch, ihren Flug umzubuchen, was ihr jedoch nicht mehr gestattet wurde.

„Also musste ich einen anderen Weg finden, um nach Hause zu kommen“, so Werzinger. Sie nahm Kontakt mit der österreichischen Botschaft in Südafrika und mit dem Außenministerium auf. Im fernen Tulln bemühte sich Stadtpolitikerin Eva Koloseus vergeblich, vom Ministerium etwas über den geplanten Rückflug nach Österreich zu erfahren. Doch dann ging alles sehr schnell. Am Donnerstagabend wurde Werzinger informiert, dass sie am nächsten Morgen am Flughafen sein sollte. Mit rund 300 Passagieren hob das Flugzeug Richtung Heimat ab. Zwei Wochen wird Uli Werzinger nun in Heimquarantäne verbringen. Sie versichert: „Ich bin guter Dinge und habe keinerlei Symptome.“

NOEN

Heimquarantäne heißt es auch für Erna Kazic und Pia Götzinger. Mit einem der letzten Flieger schafften es die beiden St. Pöltnerinnen noch aus Bali nach Hause. Monatelang hatten auf den Traumurlaub hingefiebert. Die ersten beiden Wochen verbrachte Kazic in Vietnam. „Dort war vom Coronavirus überhaupt nichts zu bemerken. Auch auf Bali zunächst nicht“, erklärt Kazic.

„Wir waren insgesamt sechs Wochen weg und es war schon traurig, als uns unsere Eltern nicht abholen konnten"

Doch dann kam Unruhe im Paradies auf. Als die österreichische Regierung die Maßnahmen präsentierte, kontaktierten Kazic und Götzinger die Botschaft und versuchten, einen Flug nach Hause zu buchen. „Das war alles andere als einfach. Die Touristen aus den Niederlanden und Deutschland waren nervös. Viele Flüge wurden plötzlich abgesagt“, berichtet Kazic.

Auf dem Flug selbst sei dann aber alles ganz normal gewesen, so Kazic. Erst in der Ankunftshalle in Wien war es für die beiden seltsam. „Wir waren insgesamt sechs Wochen weg und es war schon traurig, als uns unsere Eltern nicht abholen konnten. Der Flughafen war auch ungewöhnlich ruhig und leer“, beschreibt Kazic.