Grippewelle: „Impfung hilft jetzt noch“. Stadt-Ärztevertreter empfiehlt, Kontakt mit Augen, Nase und Mund zu vermeiden sowie Vorbeugung.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 03. Januar 2017 (04:45)
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Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber – rund 300 Personen liegen derzeit mit diesen Symptomen in Stadt und Bezirk im Bett. Denn die Grippewelle ist heuer früher angelaufen, denn 2015 waren zur selben Zeit nur 176 erkrankte Personen bei der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse gemeldet.

Im Universitätsklinikum St. Pölten merkt man aber derzeit noch nichts von der Grippewelle: „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Steigerung des Patientenaufkommens aufgrund von Grippe beziehungsweise Grippesymptomen verzeichnen“, so Thomas Wallner vom Uniklinikum. Allerdings sei, laut Wallner, auch der Hausarzt im Falle einer Grippe die erste Anlaufstelle.

„Man sollte sich schonen – so lange man sich nicht richtig gesund fühlt.“

Florian Fiedler, Ärztevertreter

Nach den Weihnachtsferien könnte sich die Zahl deutlich erhöhen: „Die Häufung der Erkrankungen wird man in den Arztpraxen und im Krankenhaus vor allem nach den Ferien bemerken. Denn die Kinder tragen wesentlich zur Verbreitung der Grippe bei“, weiß Florian Fiedler, Ärztevertreter in der Stadt St. Pölten.

Viele verwechseln einen grippalen Infekt allerdings mit der echten Grippe oder Influenza. „Typisch für die echte Grippe, eine Erkrankung der Atemwege, sind ein schlagartiger Beginn mit trockenem Husten, Kopf- und oft auch Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl“, so Fiedler. Manchmal könnten auch Übelkeit und Erbrechen dazukommen. Bei Kindern ist der Krankheitsverlauf oft nicht so eindeutig.

Bakterielle Infektion als weitere Gefahr

„Wichtig ist, bei neuerlich ansteigendem Fieber ab dem dritten Krankheitstag an eine zusätzliche bakterielle Infektion zu denken. Hier ist ärztliche Expertise gefragt“, rät Fiedler. Schützen könne man sich am besten durch Impfung: „Impfen hilft auch jetzt noch. Der Impfschutz tritt nach sieben bis 14 Tagen ein und beträgt 65 Prozent – das heißt, zwei Drittel aller Geimpften werden nicht krank.“ Auch er selbst lasse sich impfen, um sich, seine Familie und Patienten zu schützen.

Eine Ansteckung vermeiden kann man auch durch regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife. Außerdem rät der Mediziner: „Beim Niesen ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase halten und es nach Gebrauch entsorgen.“ Händeschütteln, Anhusten und Anniesen sollten vermieden werden. „Wichtig ist ebenfalls, Augen, Nase und Mund nicht zu berühren – denn die Eintrittspforte der Viren sind unsere Schleimhäute“, macht Fiedler deutlich. Noch nicht erkrankte, aber infizierte Personen seien ein bis zwei Tage vor Symptombeginn bereits ansteckend.

Richtige Grippe dauert meist sieben bis 14 Tage

Sollte man sich doch angesteckt haben, rät Fiedler, zu Hause zu bleiben. Eine richtige Grippe dauert meist sieben bis 14 Tage. „Man sollte Bettruhe einhalten und sich 14 Tage schonen – so lange man sich nicht richtig gesund fühlt.“

Für die echte Grippe gebe es Medikamente, die, wenn sie früh eingesetzt werden, die Krankheitsdauer um einen halben bis eineinhalb Tage verkürzen können, so Fiedler. „Sonst helfen ‚nur‘ Ruhe, Schonung und symptomlindernde Maßnahmen wie ausreichend Flüssigkeitszufuhr und fiebersenkende Medikamente.“

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