Corona: 85 Fälle im Bezirk St. Pölten. Bezirk St. Pölten: Behörde ist seit März im Dauereinsatz. Verstärkung kommt vom Bundesheer.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 30. September 2020 (03:33)
Josef Kronister appelliert an die Bürger, die Regeln einzuhalten: „Das ist wichtig, damit wir nicht noch gravierendere Einschnitte in Kauf nehmen müssen.“
Archiv/NÖN

85 Personen waren am Montag im Bezirk St. Pölten positiv auf Covid-19 getestet. In 13 Gemeinden gab es keinen einzigen Fall. „Das ist eine Momentaufnahme, das kann morgen schon wieder ganz anders sein“, stellt Bezirkshauptmann Josef Kronister im NÖN-Telefonat fest.

Wie sich die Lage weiter entwickelt, kann niemand einschätzen. „Es kann sich von einem Tag auf den anderen alles ändern“, sagt der Bezirkshauptmann und verweist auf einen Fall im Bezirk Gmünd: Bei einer Hochzeit in Schrems hat sich ein Cluster mit zahlreichen Infizierten gebildet. „Man kann nie ausschließen, dass es zu einem oder mehreren Clustern kommt. Bei solchen Veranstaltungen kann es zu einer Reihe von Ansteckungen kommen.“

Man kann es nur x-mal predigen: „Maske trage, Abstand halten, Hygieneregeln befolgen.“ Josef Kronister

Die St. Pöltner Bezirksbehörde ist durch das neue Coronavirus jedenfalls gefordert, obwohl alles automatisiert abläuft. „Vom Einlangen eines positiven Testergebnisses bis hin zu Absonderungsmaßnahmen läuft alles in einem elektronischen System. Sonst wäre es gar nicht machbar“, sagt Kronister. Seit März wird an sieben Tagen pro Woche gearbeitet, teilweise 12 bis 14 Stunden. „In Spitzenzeiten sind bis zu 25 Personen eingesetzt“, so Kronister. 16 Corona-Fälle sind allein am Sonntag bei der BH gemeldet worden. Taucht ein Fall zum Beispiel in einer höheren Schule auf, so sind in der Regel mehrere Bezirke betroffen. Mittlerweile hat die Behörde Unterstützung vom Bundesheer bekommen: „Drei Mann vom Heer sind da, die Contact Tracing machen. Wir versuchen aber, noch zusätzliches Personal zu gewinnen, vielleicht in Teilzeit, da arbeitet die Personalabteilung gerade dran“, so Kronister.

Dass die Coronapandemie schon im September so ein großes Thema werden würde, hat der St. Pöltner Bezirkshauptmann nicht erwartet: „Das ist schon relativ früh gekommen. Das hängt möglicherweise mit den vielen Reise-Rückkehrern zusammen.“ Man könne nur an die Menschen appellieren, die vorgegebenen Maßnahmen eisern einzuhalten und könne es gar nicht oft genug predigen: „Maske tragen, Abstand halten, Hygieneregeln befolgen. Und größere Menschenansammlungen meiden.“

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