Erstellt am 28. März 2017, 12:53

von Nadja Straubinger

Bienen-Nachwuchs aus dem Kühlschrank. Um ihre Obsternte zu fördern, überwintern zwei St. Pöltner die fleißigen Helferlein. Aus 100 Kokons wurden 1.200.

Die Bienen haben es nicht leicht, auch nicht in St. Pölten. Pestizide, wie Glyphosat, und der Befall durch die Varroa-Milbe setzen dem Bestand zu. Im Garten von Roswitha Reisinger und Christian Brandstätter ist die Welt für Bienen aber noch heil – es gibt ungespritzte Obstbäume, Jasmin und ein Bienenhotel.

In ihrer Behausung schlüpfen die Larven, wachsen und spinnen sich in einen Kokon ein. Dieser wird im Kühlschrank überwintert.  |  NOEN

2014 haben die beiden den Gründer des Vereins Wildbienengarten bei einer Auszeichnungsveranstaltung kennengelernt. „Uns hat die Idee gleich gefallen. Wir haben dann mit 100 Wildbienen-Kokons begonnen“, berichtet Brandstätter. Letztes Jahr konnte er zum Ende der Saison rund 1.200 Kokons „ernten“. Wildbienen bilden keine Staaten und sie machen keinen Honig. Aber wozu braucht man sie dann? Sie sorgen für eine reiche Ernte, weil durch ihre starke Behaarung besonders viel Pollen an ihnen hängen bleibt.

Von jetzt an bis Mitte Juni sind die Wildbienen mit Bestäubung und der Eiablage im Bienenhotel beschäftigt. „Wir entscheiden, wann es für die Bienen Frühling wird“, schmunzeln die beiden, die ihre Kokons in der 0 Grad-Zone im Kühlschrank überwintern. Das ist auch notwendig, denn durch den Klimawandel kommt es immer wieder vor, dass die Bienen zu früh ausschwirren, keine Blüten finden und dann verhungern.

Wenn es genug Nahrung für die Bienen gibt, kommen die Kokons ins Freie.  |  NOEN, privat

Es sei eine einfache Möglichkeit den schweren Bedingungen für Bienen entgegenzuwirken. „Es ist so leicht und die Bienen sind nicht aufwendig zu halten“, so Brandstätter. Besonders betont er, dass sie nicht aggressiv sind und die Männchen nicht einmal einen Stachel haben. „Sie sind einfach schön zu beobachten“, sind die beiden begeistert.