Ganztagsschule: Keine Ausbau-Pläne in St. Pölten. Nachmittagsbetreuung in Stadt ist gut ausgebaut. Erweiterung ist von Wünschen abhängig.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. November 2016 (05:10)
Die Otto-Glöckel- Volksschule wurde früher als Ganztagsschule geführt. Nach diesem Vorbild könnten in St. Pölten wieder unterrichtet werden.
NOEN, Lisa Röhrer

Auf 750 Millionen Euro für den Ausbau der Ganztagsschule in Österreich bis 2025 hat sich die Bundesregierung geeinigt. Ob dadurch auch für die Schüler der Landeshauptstadt bald wieder die Option besteht, eine ganztägige Bildungseinrichtung zu besuchen, ist noch unklar. Bundesweites Ziel ist es jedenfalls, dass für jedes Kind im Umkreis von 20 Kilometern eine solche Schulform zur Verfügung steht.

Wiedererrichtung einer Ganztagsschule nicht auszuschließen

Die verschränkte Form der Ganztagsschule, in der Unterrichts-, Lern- und Freizeitphasen einander mehrmals täglich abwechseln, wie das Mitte der 1980er-Jahre in der Otto-
Glöckel-Volksschule der Fall war, gibt es in St. Pölten momentan nicht. Konkrete Pläne zum Ausbau des bestehenden Bildungsangebotes gebe es zwar keine, auszuschließen sei die Wiedererrichtung einer Ganztagsschule aber nicht, erklärt Schulamtsdirektor Andreas Schmidt: „Darauf müssen sich Eltern und Lehrer einigen. Wenn die Nachfrage und der Wunsch bestehen, steht die Stadt dem sicher nicht negativ gegenüber.“

In St. Pölten hat sich in den letzten Jahren die schulische Tagesbetreuung gut etabliert. Im Gegensatz zur verschränkten Form der Ganztagsschule werden in getrennter Abfolge gegenstandsbezogene Lernzeit, individuelle Lernzeit und Freizeit angeboten.

700 Pflichtschüler nutzen Tagesbetreuung

Im aktuellen Schuljahr nutzen diese an den St. Pöltner Pflichtschulen rund 700 Kinder. Das Angebot gibt es in Volks-, Mittel- und Sonderschulen an 19 Standorten. „Es stehen 40 Gruppen mit jeweils 25 Plätzen zur Verfügung“, so Schmidt. Die Betreuung werde gut angenommen, es gebe aber noch freie Plätze.

Auch an Höheren Schulen wird Betreuung nach dem Regelunterricht angeboten. Ein Bespiel dafür ist die Nachmittagsbetreuung im Mary-Ward-Privatgymnasium. „Die Nachfrage ist aber gar nicht so groß“, berichtet Direktorin Ulrike Pfiel. Ähnliches weiß Gym-Direktorin Silvia Klimek: „Ich nehme einen kleinen Anstieg wahr. Für eine flächendeckende Tagesbetreuung sehe ich die Nachfrage allerdings – noch – nicht.“ Die Schulleiterin kritisiert aber, dass mit dem aktuellen Umbau des BG/BRG Josefstraße keine eigenen Räumlichkeiten für Nachmittagsbetreuung geschaffen werden. „Es war eigentlich ausdrücklich unser Wunsch.“

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