Roman-Oma kommt auch auf die Bühne. Bei der Sonntagsmatinee in St. Pölten begeisterte Thomas Sautner mit einer Lesung aus seinem jüngsten Roman „Großmutters Haus“.

Von Corinna Bergmann. Erstellt am 23. Oktober 2020 (03:42)
Renate Kienzl hat Thomas Sautners Roman als Vorlage für ein Theaterstück genommen.
Bergmann

Thomas Sautner, Schriftsteller mit Waldviertler Wurzeln, las beim Blätterwirbel aus seinem neuesten Roman „Großmutters Haus“. Darin entführt er nicht nur in die entlegenen Winkel der paradiesischen Natur, sondern auch in die wunderbare Welt der Bücher, die im Leben seiner Romanfigur Malina von Kindheit an eine wesentliche Rolle spielt.

Der Bezug zur Natur, der eine Art Zurückgezogenheit impliziert, und die Welt des Lesens: Dies sind zwei ausschlaggebende Faktoren, die Autorin und Regisseurin Renate Kienzl reizten, Sautners Geschichte als Vorlage für ihr neues Theaterstück zu wählen. Kienzl, die früher zahlreiche Stücke für Kinder verfasst hat und erst letztes Jahr mit ihrem Stück „Duell“ von sich reden machte, war von Sautners titelgebender, untypischer Großmutterfigur sofort fasziniert. „Meine Großmutter war auch so und das hat mir auch gefallen.“ Und so hatte Renate Kienzl, die das Programm des Blätterwirbels mitgestaltet, die Idee, Sautners Lesung mit kleinen Szenen aus ihrem Stück aufzupeppen. Dazu engagierte sie die Schauspielerinnen Stefanie Gutmann und Eva Christina Binder, die in die Rollen von Malina und Großmutter Kristyna schlüpften und das Publikum begeisterten. Kienzls Stück soll übrigens nächstes Frühjahr im St. Pöltner Sonnenpark uraufgeführt werden.

Thomas Sautner kann sich für Renate Kienzls darstellerisches Engagement durchaus begeistern. „Es ist immer spannend für einen Autor, wenn sein Text in anderen Spielformen weitergedacht wird“, meint Sautner. Er sei sehr gespannt auf das Ergebnis und wolle sich auch nicht einmischen. „Es gibt ja auch Autoren, die sich dann einbringen, aber ich lasse mich lieber überraschen und bin neugierig, was mit dem Text passiert“, sagt er.