Sommerfest im ersten NÖ Primärversorgungszentrum. Politik und Gebietskrankenkasse stehen hinter Ausbau der Nahversorgung im Gesundheitsbereich.

Von Bernhard Herzberger. Update am 09. Juni 2019 (20:00)

Viel Lob für die Pionierleistung im Bereich der medizinischen und sozialen Nahversorgung gab es beim Sommerfest der Primärversorgungseinrichtung Böheimkirchen von Seiten des Landes NÖ und der NÖ Gebietskrankenkasse. Es ist die erste von mittlerweile drei derartigen Einrichtungen in NÖ (neben St. Pölten und Schwechat).

Sechs sollen es bis Jahresende sein, 14 bis Ende 2020, um das Gesundheitssystem komplementär noch besser zu machen, sagte Landesrat Martin Eichtinger. „Ich glaube, dass die Betreuung an den Tagesrandzeiten von 7 bis 19 Uhr, 50 Stunden die Woche, die Zukunft ist, wie wir sie weiter in NÖ errichten wollen.“

Die Behandlungskosten in Kliniken kämen unverhältnismäßig höher. Als Vorreiter für dieses Modell nannte er Großbritannien, wo es 7.500 Gesundheitszentren gibt - nicht nur im kleinstädtischen Bereich, sondern auch vorgeschaltet zu großen Kliniken. Inmitten eines multiprofessionellen Teams könnten sich die Ärzte in den Primärversorgungszentren voll und ganz dem Patienten widmen, bekannte sich der Landesrat zu einer „umfassenden Betreuung der Bevölkerung am richtigen Ort“.

Landesrätin Ulrike Königsberger Ludwig betonte die Wichtigkeit, in die Praxis des Gesundheitssystems auch die Sozialarbeit mit einfließen zu lassen. In der PVE Böheimkirchen steht den Patienten auch ein Sozialarbeiter mit Rat und Tat zur Seite. „Eine wichtige Ergänzung für die psychische Gesundheit und um die Menschen bestmöglich durchzuleiten“, so Königsberger Ludwig.

Heinz Novosad, Bundessprecher des Österreichischen Forums Primärversorgung im Gesundheitswesen, dankte dem Team um Dr. Christoph Powondra für die mutige Aufbauarbeit. Im Dialog, Gespräch und Austausch wäre man seitens des Forums bemüht, aus den ersten Pilotprojekten zu lernen. 400 Mitglieder aus 30 relevanten Berufsgruppen sowie Forschung, Politik und Sozialversicherungen zählt der 2016 gegründete Verein derzeit.

NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek lobte den Pioniergeist von Dr. Christoph Powondra, der mit der Schaffung einer Gruppenpraxis den Grundstein für die Errichtung der Primärversorgungseinrichtung geschaffen habe. Beim Ausprobieren von Neuem, nicht nur medizinisch und menschlich, sondern auch organisatorisch, habe er stets eine Vorreiterrolle übernommen. Die Ergänzung des ärztlichen Teams mit einer breiten Infrastruktur mache den Unterschied aus. – „Etwas wofür die NÖGKK das Geld der Patienten gerne ausgibt“, so Pazourek.

Bürgermeister Johann Hell dankte im Namen der Marktgemeinde dem ganzen Team für seinen Einsatz und hob die gute Versorgung im Ort hervor, die im ländlichen Raum nicht immer selbstverständlich wäre.