St. Pöltner Feuerteufel vor Gericht. 59-Jähriger kann vom Zündeln die Finger nicht lassen. Es setzte Gefängnisstrafe und Unterbringung in Anstalt für Abnorme.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 07. Oktober 2019 (17:03)
NÖN
Landesgericht St. Pölten

„Ich habe das nicht gemacht“, beteuert ein St. Pöltner (59) Unschuld vor Gericht. Brandstiftung gibt der vier Mal einschlägig vorbestrafte Mann nicht zu. Ein Schöffensenat spricht ihn schuldig, verhängt zweieinhalb Jahre Gefängnis. Weiters wird die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ausgesprochen (rechtskräftig).

Im Mai 2018 zündete der St. Pöltner in der Heidenheimerstraße eine Gartenhütte an. Der Brand griff auf ein angrenzendes Mehrparteienhaus in der Josefstraße über, setzte den Dachstuhl in Flammen. Rund hundert Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Wenige Tage darauf fackelte der 59-Jährige in der Heidenheimerstraße einen Schuppen ab. Die Fensterscheiben eines angrenzenden Gebäudes barsten. Ein Monat davor warf er durch eine Eingangstür einen brennenden Fetzen, deponierte brennendes Papier bei einem Fenster und einen brennenden Lappen vor seiner eigenen Wohnungstür.

Beschlagnahmt wurde bei der Verhaftung des St. Pöltners ein Bademantel mit Brandspuren. „Diese punktuellen Verschmelzungen weisen auf einen Funkenflug hin“, sagt ein Brandgutachter im Prozess.

Laut Psychiater war der Angeklagte zu den Tatzeitpunkten zurechnungsfähig, doch „leidet er an einer Persönlichkeitsstörung, die einer höhergradigen Abartigkeit gleichkommt“. „Er braucht massive Observation, denn er war schon einmal in einem Pflegeheim und dort hat es auch gebrannt“, so der Mediziner. Und weiters: „Der Angeklagte neigt dazu, sich theatralisch in Szene zu setzen.“ Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei, so dieser Gutachter, in Zukunft mit ähnlichen Taten zu rechnen.