Daniela Wandl: Begeisterung mit Planung

Daniela Wandl, die künstlerische Leiterin der Bühne im Hof, macht Lust aufs neue Programm.

Erstellt am 01. Juli 2021 | 04:40
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Daniela Wandl mit der bunten Broschüre fürs Programm „Ommm!“
Foto: Bühne im Hof, Bühne im Hof

Die Bühne im Hof bringt auch in der nächsten Saison einen bunten Mix aus Altstars und Newcomern, Musik und Kabarett, aber auch Überraschungen. Daniela Wandl ist die künstlerische Leiterin dieser besonderen Kulturinstitution.

NÖN: Lieb gewonnene alte Bekannte kommen wieder in die Bühne im Hof. Viele von ihnen haben eine Beziehung zur Location, freuen sich, wenn sie hier wieder auf der Bühne stehen. Was macht diese besondere Anziehungskraft der Bühne im Hof aus?
Daniela Wandl:
Ich glaube, es sind die Menschen. Als ich in der Bühne im Hof begonnen habe, war da ein wunderbares, kluges und engagiertes Team, das den Laden hervorragend geschupft hat. Aber nicht nur das: Sie haben die Bühne im Hof nicht als Job, sondern wirklich als Aufgabe betrachtet. Das fand und finde ich ganz wunderbar. Und dann ist es halt so, dass viele Künstler und Künstlerinnen feine Antennen für echte und ehrliche Begegnungen haben. Und gleichzeitig eine klare Abneigung gegen gespielte Freundlichkeit oder Interesse. Deshalb haben sich besondere Beziehungen und Freundschaften entwickelt, die über die professionelle Zusammenarbeit weit hinausgehen. Das macht es wahrscheinlich aus. Und natürlich unser schönes Haus und unser wirklich besonderes Publikum.

Welche „alten Hasen“ treten in der nächsten Saison auf?
Das sind erfahrene Hasen, kluge Hasen, gut beobachtende Hasen, an der Gesellschaft interessierte Hasen und mehr. In diesem Sinne: viele. Und nicht alle sind alt. Wir starten mit einem alten Freund, mit Lukas Resetarits, in diese spannende Saison. Dann kommen Gunkl, Andreas Rebers, Lisa Fitz, Florian Scheuba, Ernst Molden, Hans Theessink, Maschek, Stermann ohne Grissemann. Zu den mittelalten Hasen gehören mittlerweile Ohne Rolf aus der Schweiz oder mein lieber Omar Sarsam, der vor fünf Jahren in der Reihe „Jung & saugut“ begonnen hat und nun zu den Top-Stars zählt. Und noch viele mehr! Ein richtig guter Freund des Hauses kommt mit einem neuen Format ins Haus: Alfred Dorfer wird die „Bühne im Gespräch“ leiten.

Auf welche Neuentdeckungen dürfen sich die Besucher freuen?
Viele. Die ganze „Jung & saugut“-Reihe etwa. Oder das Schubert Theater mit Manuela Linshalm und ihren Puppen mit einem Gänsehaut-Thriller. Die Tiger Lillies kommen wieder. Oder Sväng – diese Mundharmonika-Virtuosen aus Finnland sind nur in St. Pölten noch ein Geheimtipp. Noch. Oder The Vegetable Orchestra, das ganz selten in Österreich auftritt, obwohl die Musiker hier leben.

Das Programm ist wieder eine besondere und verlockende Mischung – wie entwickeln Sie dieses doch sehr vielfältige Programm?
Gute Frage. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus intuitiv und Know-how – beides ergibt sich aus dem Interesse und der Liebe zur Branche. Ich glaube auch, dass man spürt, ob etwas am Reißbrett entsteht oder aus der Begeisterung für die Sache. Darüber hinaus muss dann die Begeisterung in die Planung rein. Das bedeutet dann immer wieder jonglieren mit Terminen und Programmen, herumschieben, hoffen, dass nix runterfällt.

Ich glaube auch, dass man spürt, ob etwas am Reißbrett entsteht oder aus der Begeisterung für die Sache

Was muss man gesehen haben? Was sind Ihre Top-Favoriten?
Oh nein, das kann ich einfach nicht beantworten. Alles! Aber ich beantworte eine Frage, die Sie mir nicht gestellt haben. Wir haben nämlich was Neues in der Bühne im Hof, das ich schon seit Jahren machen will, und jetzt hat es endlich geklappt: Ab vier Karten, egal für welche Vorstellung, erhält man nun einen „Jung & saugut“-Scheck dazu und kann sich eine Vorstellung aussuchen.

Während ich das beantworte, läuft übrigens gerade David Scheid (junger Hase) mit Lukas Resetarits (alter Hase) auf FM4 – alles hängt doch irgendwie zusammen.