Flüchtling sammelt aus Dankbarkeit. Mohamed Sulaiman startete zu seinem Geburtstag Facebook-Aktion, um Spenden für die Caritas zu sammeln.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 19. Oktober 2018 (05:33)
Straubinger
Mohamed Sulaiman startete Spendenaktion für die Caritas in Facebook. Er ist ehrenamtlicher Kickboxtrainer in Megs Kampfsportakademie in Ratzersdorf.

Mohamed Sulaiman ist Palästinenser, lebte in Syrien und kam erst vor drei Jahren nach St. Pölten. Weil er in Österreich viel Hilfe erfahren hat, möchte er diese auch zurückgeben. „Facebook hat mir vorgeschlagen, an meinem Geburtstag eine Organisation zu unterstützen. Weil alle, die mir hier geholfen haben, von der Caritas sind, habe ich diese ausgewählt“, erklärt Sulaiman die Spendenaktion zu seinem 48. Geburtstag.

Caritas-Sprecher Christoph Riedl-Daser berichtet, dass viel Dankbarkeit von den Menschen auf der Flucht zurückkommt. „Es freut uns, dass jemand eine solche Aktion startet. Wir werden ihn auch dabei unterstützen, dass sein Geburtstagsgeschenk für andere Menschen realisiert wird.“

Hilfe brachte Sulaiman in Syrien ins Gefängnis

„Es war mir immer wichtig, Menschen zu helfen“, berichtet der Syrer. In seiner früheren Heimat Damaskus wurde ihm das fast zum Verhängnis. Sulaiman arbeitete als Trainer bei der syrischen Polizei. An diese wurde er von einem Spitzel verraten, als er seinem Nachbarn, einem Gegner des Assad-Regimes, helfen wollte, Frau und Kinder in Sicherheit zu bringen. Zehn Monate verbrachte er im Gefängnis. Er magerte von 100 auf 60 Kilo ab.

„Wir wussten nicht, wo er ist. Uns wurde gesagt, dass er tot ist“, erinnert sich sein Sohn Fida Sulaiman an eine bange Zeit ohne seinen Vater. Danach flüchtete die Familie aus Syrien. „Als Palästinenser durften wir nicht aus Damaskus raus“, sagt Fida Sulaiman. Erst nach mehreren gescheiterten Versuchen schafften es Mohamed Sulaiman und seine Familie in die Türkei und über Ungarn schließlich nach Österreich. In Gols im Burgenland verbrachte die muslimische Familie ihre erste Nacht in einem Pfarrhof. Eine Pfarrmitarbeiterin nahm sie zu sich nach Hause mit und ließ sie dort duschen.

Auch im Wirtschaftshof in St. Pölten, wo er viele Mitarbeiter der Caritas kennenlernte, fühlten sie sich willkommen. „Ich bin sehr dankbar für die Hilfe, die wir bekommen haben und ich möchte jetzt etwas zurückgeben“, so Mohamed Sulaiman.