St. Pölten bleibt „orange“: Trend zeigt weg von „Rot“ . Zahlen sind leicht gesunken. Neue Regeln könnten aber weitere Veranstaltungen kippen.

Von Beate Steiner, Martin Gruber-Dorninger und Max Steiner. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:00)
Symbolbild
Kajonsak Tui, Shutterstock.com

Die Landeshauptstadt steht weiterhin auf „Orange“, auch wenn Ende der Vorwoche erneut wegen der hohen Sieben-Tage-Inzidenz ein Umschalten auf „Rot“ drohte. Die Ampel-Kommission entschied anhand der anderen Kriterien gegen eine Verschärfung. Mittlerweile zeigt sich nun auch ein leicht verbesserter Trend. Am Dienstag war die Zahl der aktuell Positiven mit 99 wieder zwei- statt dreistellig. Sieben neue positive Fälle kamen dazu, acht gelten wieder als genesen. Die Zahl der Fälle pro 100.000 Einwohner liegt nun bei 118,1, nach 134,4 in der Vorwoche.

„Wir haben uns personell verstärkt und sind beim Contact Tracing besser aufgestellt“, betont der Magistrat. Von Montag bis Sonntag sind mittlerweile täglich neun Personen und ein Amtsarzt im Einsatz. Die Rückverfolgungsquote liege derzeit bei mehr als 80 Prozent.

Im Klinikum brauchen Besucher FFP2-Maske

Die Hygienemaßnahmen erneut angepasst hat auch das Universitätsklinikum. Für Besucher ist das Tragen einer medizinischen Maske (Typ FFP2) notwendig, um das Sicherheitsniveau weiter zu erhöhen, erklärt Bernhard Jany, Sprecher der Landesgesundheitsagentur. Diese Masken werden vom Klinikum zur Verfügung gestellt, können aber auch selbst mitgebracht werden. „Unter diesen verstärkten Hygienevorkehrungen sind Besuche durch Angehörige möglich, aber vielleicht muss gerade bei den oft ohnedies kurzen stationären Aufenthalten ein Besuch nicht unbedingt stattfinden“, meint Jany. Um für alle Entwicklungen gerüstet zu sein, habe sich das Universitätsklinikum umfassend vorbereitet. Die momentanen Patientenzahlen seien aber geringer als in der ersten Hochphase der Pandemie im Frühjahr, sodass Maßnahmen, die über die zusätzlich aktivierte Aufnahme-Einheit des Notfallzentrums hinausgehen, derzeit nicht erforderlich sind, so Jany.

Neue Regeln sorgen für Unsicherheit

Auch wenn die Ampel derzeit in St. Pölten nicht von „Orange“ auf „Rot“ schaltet, werden sich die Menschen in der Stadt trotzdem auf strengere Regeln einstellen müssen. Darauf lassen die neuen Ankündigungen der Bundesregierung zur Eindämmung der Pandemie schließen.

Die zusätzlichen Regeln werden vermutlich vor allem auf die in den nächsten Monaten noch angedachten Veranstaltungen in der Landeshauptstadt Auswirkungen haben. So ist zum Beispiel die im Jänner geplante Hauptstadt-Gala gefährdet. Als Pandemie-gerechte Alternative zum Hauptstadtball sind aktuell zwei Abende im Veranstaltungszentrum angekündigt, als Dinner mit Akrobatik-Show, Musik und kulinarischen Köstlichkeiten. Die von der Bundesregierung verkündeten Regeln sehen allerdings jetzt vor, dass es nicht erlaubt ist, bei Veranstaltungen Speisen und Getränke zu verabreichen und auch, dass maximal sechs Personen an einem Tisch sitzen dürfen. „Wir warten einmal die Verordnung ab“, sagt dazu Michael Bachel vom Veranstaltungsservice St. Pölten.

Allerdings: „Ohne Speisen funktioniert das Konzept nicht. Außerdem haben wir Achter-Tische vorbereitet und müssten auf Sechser-Tische wechseln.“ Er plane jedenfalls derzeit weiter, stoppe aber den Verkauf. „Wie es ausgeht, hängt von der Lage ab. Bis Mitte November lasse ich mir Zeit für eine Entscheidung“, so Bachel.