Anzeige beendet Musik-Flashmob in Wilhelmsburg. Melodien sollen Mitmenschen aus Coronaalltag holen. Einige wollen das nicht.

Von Martin Gruber-Dorninger und Inge Moser. Erstellt am 30. März 2020 (20:25)
Andreas Pepeunig alias DJ Pimp zeigt kein Verständnis für spielverderbende Nachbarn.
privat

In den Abendstunden die Nachbarn am Balkon mit ein paar Tönen Musik verwöhnen und so dem Coronaalltag ein wenig entfliehen. „So, wie in Italien“, lautete das Ziel von einigen Musikern in Wilhelmsburg. Darunter nicht nur Willi Wltschek, der mit seiner Trompete Klänge spendete, sonder auch Andreas Pepeunig, alias DJ Pimp. Der ließ Samstagabend Lieder von Elvis Presley und Adriano Celentano über seine Lautsprecher erklingen. Einige Nachbarn fanden das nicht so toll und setzten dem Wilhelmsburger Musik-Flashmob ein jähes Ende. Sie gingen zur Polizei und beschwerten sich über die musikalischen Darbietungen.

„Warum reden die Leute nicht mit mir?“, zeigt sich Pepeunig verständnislos. Als DJ Pimp hat er auf Facebook rund 8.000 Follower, nicht nur aus Kreisbach, sondern sogar aus Deutschland. Die meisten seiner Nachbarn sind auch Fans des DJs. Für diese will er auch in den kommenden Tagen mit seinem Programm weitermachen.

„Der Musik-Flashmob soll die Verbundenheit und Wertschätzung mit den Menschen zeigen, die in ihrem Beruf als Systemerhalter Enormes leisten“, erklärt Wltschek, der in der Penknergasse kleine Fenster- und Vorplatzkonzerte aufführt.