Bürgermeister Matthias Stadler: „Schnell entscheiden“. Bürgermeister Matthias Stadler über die aktuellen Herausforderungen der Coronakrise.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. März 2020 (03:39)
Matthias Stadler, ist als Stadtchef St.Pöltens mit Krisenmanagement beschäftigt.
privat

NÖN: Wie bestreiten Sie derzeit Ihren Alltag?
Matthias Stadler: Meistens bin ich bis mittags im Büro. Am Nachmittag versuche ich, von zu Hause aus zu arbeiten und dabei meinen Mitarbeitern ein positives Beispiel zu sein.

Wie schätzen Sie die Situation in St. Pölten ein?
Die Situation ist durchaus vergleichbar mit anderen Städten und Regionen. Wir sind aber derzeit kein Coronavirus-Hotspot.

Warum sind in St. Pölten die Parks geschlossen, in anderen Städten jedoch nicht?
Das wäre im Moment das falsche Zeichen, der Ein-Meter-Abstand wäre auf Spielplätzen und in manchen Parks nicht einzuhalten. Es gehört aber noch nachgebessert, denn derzeit schert die Regelung des Bundes alle Spielplätze und Parks über einen Kamm. Wichtig wäre, hier auch die Größe zu berücksichtigen. Unsere Naherholungsgebiete wie etwa das Seengebiet sind nicht gesperrt.

Große Diskussionen gab es wegen des Wochenmarktes. Wie geht es damit weiter?
Der Markt stellt die Nahversorgung mit regionalen Bioprodukten sicher. Ich habe mich mit Ärzten und Fachleuten beraten. Die haben mir bestätigt, dass die Ansteckungsgefahr im Freien sogar geringer ist. Im Lebensmittelgeschäft kann der Ein-Meter-Abstand oft nicht eingehalten werden. Die Sorgen, die geäußert werden, sind natürlich ernst zu nehmen. Unser Marktamt schaut sehr genau darauf, dass es sicher zugeht. Wer sich nicht sicher fühlt, kann weiterhin auf die Lebensmittelgeschäfte zurückgreifen.

Müssen Sie derzeit mehr telefonieren als sonst?
Die Gespräche sind ganz anders als normal. Es geht viel um Krisenmanagement. Es schlagen aber auch Anrufe von Familien und Kleinunternehmern bei mir auf, die Existenzängste haben. Es geht darum, Härtefälle abzufedern.

Wie werden derzeit Beschlüsse gefasst ohne Sitzungen des Gemeinderates und des Stadtsenats?
Derzeit muss es oft sehr schnell gehen, beispielsweise bei personellen Entscheidungen in der Pflege oder bei der Aufhebung der Kurzparkzone. Da werden Verordnungen erlassen.