Märkte bleiben Nahversorger. Wochenmärkte sind noch erlaubt, was heftige Reaktionen in sozialen Netzwerken auslöste.

Von Beate Steiner. Erstellt am 24. März 2020 (04:33)
Domplatzmarkt am Donnerstag: Keine Bekleidungsstände, keine Stehtische, niemand schenkt aus – nur die Nahversorgung mit Lebensmitteln ist gesichert. Standler und Kunden halten alle Vorschriften ein.
Behpournia

Helle Aufregung herrschte am Donnerstag am Domplatzmarkt. In Windeseile hatte sich am frühen Vormittag bei Marktstandlern und Kunden das Gerücht verbreitet, dass St. Pöltens Märkte geschlossen werden könnten. Gegen Mittag versicherte dann Marktsprecher Erich Schaberger: „Die Märkte dürfen weiter offen halten.“

Das wird etwas später auch auf der Website der Stadt bestätigt: „Bei Beachtung der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen sollte ein Einkauf am Markt im Freien kein Problem sein: ausreichend Abstand halten, sowohl zum Verkäufer als auch zu anderen Kunden und beim Bezahlen den direkten Kontakt mit dem Verkäufer vermeiden.“

„Bei Beachtung der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen sollte ein Einkauf am Markt im Freien kein Problem sein"

Der Entscheidung vorangegangen war eine heftige Diskussion auf der Facebook-Seite der Stadt. Drei Haupt-Argumente der Gegner des Marktes in Corona-Zeiten fanden sich in hunderten Postings: Die einen wussten aus früherer Erfahrung, dass sich am Markt hauptsächlich die Risiko-Gruppe zum Tratschen träfe und hunderte Kunden dort eng aneinandergereiht stünden. Das wurde sogar mit einem alten Foto unterstrichen. Andere waren der Ansicht, dass es in Supermärkten hygienischer zugeht als am Markt. Und die Dritten sahen nicht ein, dass die Marktstandler verkaufen dürfen und sie nicht.

„Es ist ausreichend Platz zwischen den einzelnen Ständen.“ Gabriele Bertl, Marktamtsleiterin

Marktamtsleiterin Gabriele Bertl betont, dass sich das Marktleben in Pandemie-Zeiten grundlegend geändert habe. „Derzeit ist ausreichend freier Platz zwischen den einzelnen Lebensmittelständen. Der Markt ist nur wichtiger Nahversorger.“ Blumen und Textilien werden nicht angeboten, es wird nicht ausgeschenkt. Gabriele Bertl nach einem Lokal-Augenschein am Samstag: „Kunden und Marktbeschicker verhalten sich vorbildlich. Ich habe viele junge Menschen beobachtet, die mit Einkaufslisten unterwegs waren und offensichtlich anderen etwas mitgenommen haben.“ Wenn es keine generelle Verordnung dagegen gibt, bleiben die St. Pöltner Wochenmärkte also offen.