Pfarrer ist erster Plasmaspender in St. Pölten

Daniel Kostrzycki ist Pfarrer in Wieselburg. Er hatte es in den letzten Wochen nicht leicht. Er erkrankte an COVID-19. Davon ist er mittlerweile genesen. Daher führte ihn sein Weg auch in die Blutbank nach St. Pölten, wo er eine Blutplasmaspende abgab.

Martin Gruber-Dorninger
Martin Gruber-Dorninger Erstellt am 08. Mai 2020 | 15:50
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„Sie sind unser Erster“, empfängt eine Krankenschwester Pfarrer Daniel Kostrzycki in der Blutbank des Universitätsklinikums St. Pölten. Blutspenden ist für Kostrzycki nichts Neues, 93 Mal war er deshalb schon auf der Blutbank. Dieses Mal ist es dennoch etwas ganz Besonderes. Nach überstandener Corona-Erkrankung haben sich Antikörper in seinem Blut gegen das tückische Virus gebildet. Mit dem daraus gewonnenen Plasma können Leben gerettet werden. Aktuell schwer an der Krankheit leidende Patienten können damit versorgt werden.

Kostrzycki erkrankte bereits Anfang März an COVID-19. Er wollte damals die geplante Sitzung des Pfarrgemeinderates nicht absagen, fühlte sich aber schon kränklich. Zunächst dachte er an Grippe. Um niemanden anzustecken entschied er sich dann doch für das Bett. Am nächsten Tag hatte er bereits hohes Fieber und Schüttelfrost. Sofort meldete er sich bei der COVID-Hotline. Dort wurde ihm per Ferndiagnose versichert, dass es sich bei ihm wahrscheinlich um eine gewöhnliche Grippe handle und er einen Hausarzt aufsuchen sollte. Der Priester ließ aber nicht locker und wurde schlussendlich nach über einer Woche positiv auf COVID-19 getestet. „Wo ich mich infiziert habe, kann ich nicht rekonstruieren. Aber jetzt bin ich froh, nach überstandener Krankheit, mit meinem Blut anderen Menschen zu helfen“, so Daniel Kostrzycki.

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Spender müssen zwischen 18 und 68 Jahre alt sein und ein Körpergewicht von mehr als 50 Kilogramm haben. Mit besonderer ärztlicher Bescheinigung sind auch Spenden im Alter über 68 Jahren möglich. Alle Spender werden vor der ersten Spende einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung einschließlich Anamneseerhebung und Labordiagnostik unterzogen. Bei Mehrfachspendern sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorgeschrieben.

Ausschlusskriterien nach den Richtlinien sind unter anderem bestimmte bestehende oder durchlebte Infektionskrankheiten, Schwangerschaft, Alkoholkrankheit, Drogenabhängigkeit, schwere chronische Erkrankungen wie Herz- und Gefäßkrankheiten oder bösartige Tumore.

450 ml Blut werde entnommen, die Spende dauert in der Regel nur wenige Minuten. Nach erfolgter Spende gibt es eine kleine Belohnung - entweder Wein, Honig oder Schokolade.

Auf der Blutbank ist der Priester aufgrund seiner zahlreichen Spenden kein Unbekannter mehr. Deshalb wurde bei seinem Besuch auch gewitzelt: „Wenn wir zur Urlaubszeit Personalmangel haben, dann holen wir Sie zu unserer Unterstützung. Sie kennen sich hier ja schon bestens aus.“

Blut- und Plasmaspenden sind in der Blutbank des Universitätsklinikums St. Pölten in der Propst-Führer-Straße 11 möglich. Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr von 8 bis 13 Uhr und Mi 8 bis 18 Uhr. Derzeit ist eine telefonische Voranmeldung unter 02742/9004-10690 notwendig.